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Abendgebet

Wie Du schon am Abend das Universum um Führung für den nächsten Tag bittest – Anleitung für ein spirituelles „Abendgebet“

Forscher haben herausgefunden, dass die letzten 15 Minuten am Abend, bevor wir uns zur Ruhe betten, das Licht löschen und uns dem Schlaf überlassen, für unser Gehirn noch einmal wichtige Minuten darstellen. Das ist ein kleines Zeitfenster, in dem das Gehirn noch einmal hocheffizient arbeitet. Und der Schlaf tut danach sein übriges dazu.

Im Studium ist mir dieser Mechanismus begegnet und hat sich bei mir als erstaunlich nachhaltig erwiesen. Während ich am Nachmittag immer noch versucht habe für die am nächsten Tag anstehende Prüfung zu lernen und damals meine Aufmerksamkeit nebenbei noch mit der Kinderbetreuung und dem Haushaltsgeschehen teilen musste, blieben mir manchmal nur abends wenige kleine Zeitfenster, in der ich mich mal mit meinem Lernstoff beschäftigen konnte, bevor mir dann auch schnell die Augen zufielen, sobald es am Abend draußen dunkel und in meiner Wohnung ruhig wurde.

Doch dabei endet der Lernprozess ja nicht. Nur weil ich meine Augen schließe und mich dem Schlaf überlasse, heißt das nicht, dass auch mein Gehirn schläft. Ganz im Gegenteil. Während ich schlafe, fängt seine Arbeit eigentlich erst richtig an. Wenn bestimmte Informationen dauerhaft im Gedächtnis und Bewusstsein abgelegt werden sollen, müssen sie vom Hippocampus, der als eine Art Zwischenspeicher funktioniert, in die Großhirnrinde und ins Langzeitgedächtnis gelangen. Wissenschaftler vergleichen diese nächtlichen Vorgänge im Gehirn mit einem andauernden Downloaden und Abspeichern.

Allerdings setzt das Gehirn da wohl auch Prioritäten und übernimmt bevorzugt vor allem die Informationen, die besonders an emotionales Erleben geknüpft sind. Das heisst, je emotionaler ein Ereignis war, desto eher wird es übernommen und abgespeichert. Hast Du Dir also am Abend noch trockene theoretische Inhalte einzuprägen versucht und unmittelbar danach erreicht Dich noch ein Anruf, der in Dir starke Gefühle hervorruft, übernimmt Dein Gehirn höchstwahrscheinlich mehr von den emotionalen Informationen als von den Dingen, die Du eigentlich hattest lernen wollen.

Dieses Wissen nutzen, um negative Glaubenssätze zu ersetzen

Diese Wirkmechanismen kann man sich ebenfalls gut zunutze machen, um negative Glaubenssätze in uns umzustrukturieren und durch neue Gedanken zu ersetzen.

Ich bin generell nicht so ein großer Freund von Affirmationen, da mir dabei generell das Risiko sehr groß erscheint, dass man sich selbst belügt, wenn man nicht bewusst genug ist über das, was man wirklich möchte, und die Wahrnehmung über die eigenen Gefühle und Wünsche noch nicht differenziert genug ist.

Allerdings gibt es da dennoch ein paar wichtige und allgemeingültige Affirmationen, die fast jeden Menschen betreffen (beispielsweise sind wir westlichen Menschen ja quasi chronisch massenerkrankt an dem „Ich bin nicht gut genug“-Glaubenssatz!) und die man am Abend gut nutzen kann, um sich positiv auf den nächsten Tag einzuschwingen.

Der Glauben an uns selbst

In meinem Artikel über die Wirksamkeit von Gebeten habe ich bereits berichtet, dass ich überhaupt nicht im klassischen Sinne gläubig bin und warum dennoch die Praxis des Betens heilsame Wirkungen haben und damit die eigene Meditationspraxis sogar erweitern oder ergänzen kann.

Eigentlich lehne ich religiöse Inhalte eher ab, möchte mich nicht irgendwelchen Dogmen unterwerfen, sondern an das glauben, was mein eigenes und reines Erleben mir als Wahrheit aufzeigt. Dennoch kann ich mich mehr und mehr mit dem Begriff der Göttlichkeit identifizieren, auch wenn dieser in meinem Verstehen eben nicht an Religion gebunden ist. Ich glaube an das Universum als eine höhere Macht, als die Schöpfung, die all das Wunderbare um mich herum erschaffen hat. Und ich bin überzeugt davon, dass alles in diesem weiten Raum einen tieferen Sinn hat. Das Leben läuft, wenn man ihm vertraut, wie ein riesiges, überdimensionales Uhrwerk ab, in dem alles so passiert, wie es passieren muss. Alles darf geschehen. Trotzdem sind wir den Dingen, die mit uns und um uns herum geschehen, nicht einfach hilflos ausgeliefert, sondern unser Handeln, unsere Einstellung zum und Sichtweise auf das Leben sowie unsere Gedanken beeinflussen, was uns das Universum zukommen lässt.

Ein ganz persönliches „Abendgebet“, um Führung für den nächsten Tag zu erbitten

Betrachte es also nicht als Gebet im klassischen Sinne bzw. ersetze gern das Wort gegen ein für Dich passenderes, wenn es Dich in diesem Zusammenhang arg stört.

Um sich nun darauf einzuschwingen, was ich (erreichen) möchte, mich mit den höheren Mächten zu verbinden und mir das Gesetz der Anziehung zunutze zu machen, kann man gut dieses kleine Zeitfenster am Abend für sich selbst nutzen. Viele Menschen meditieren am Abend noch. Zum Beispiel als Abschluss vom Tag, um sich noch einmal zu spüren und wahrzunehmen, welche Spuren die Ereignisse des Tages in ihnen hinterlassen haben.

Ein spirituelles Abendgebet aus 3 Komponenten

Diese Art Abendgebet kannst Du jeden Abend ganz neu anpassen auf das, was Du gerade aktuell brauchst erlebst. Es ist quasi kein starres Gebilde wie das „Vater unser“. Vielleicht ist es für Dich nicht einmal ein Gebet als solches. Ich benutze hier nur dieses Wort, weil ich kein anderes dafür habe, mit was ich es gerade vergleichen könnte.

Dankbarkeit

Viele Menschen haben mittlerweile eine gewisse Dankbarkeitspraxis entwickelt.  Das heisst, sie zeigen sich am Abend (manche praktizieren dies auch am Morgen) dankbar für bestimmte Dinge, die ihnen am Tag begegnet sind. Zum Beispiel kann man dankbar sein, dass man gesund ist, für Dinge, die einem widerfahren sind, im positiven als auch im negativen Sinne. Denn auch negative Erfahrungen beinhalten eine Botschaft und immer auch die Möglichkeit zum persönlichen inneren Wachstum. Man kann auch einfach nur danken, dass man glücklich ist, sich erfüllt gefühlt hat, auch bzw. gerade weil wenn es dafür vielleicht keinen materiellen Grund gegeben hat. Man kann dafür danken, dass die Sonne geschienen hat, dass man mit dem Leben im Fluß war, dass man etwas Leckeres gegessen hat. Was auch immer. Dankbarkeit, und mag die Sache, für die Du dankbar bist, noch so klein und für andere unbedeutend sein, ist immer eine sehr persönliche Sache.

Mach Dir also einfach nur bewusst, wofür Du an diesem Tag dankbar bist.

Affirmation/Sankalpa

Eine Affirmation oder auch ein Sankalpa ist ein positiv formulierter Wunsch, Wille oder auch eine Absicht. Also ein Vorsatz, der Deinen Gedanken sozusagen eine feste Richtung gibt, eine positive Ausrichtung. Eine Art Beschluss als ein konkretes Anliegen, das man an Gott richtet, an die Göttlichkeit, die Schöpfung, das Universum (wie gesagt, die Begrifflichkeit dahingehend bleibt völlig Dir überlassen. Suche Dir etwas aus, das einzig mit Dir in Resonanz geht!).

Schau dann, was Du gerade brauchst. Mit welchem negativen Glaubenssatz bist Du an diesem Tag in Berührung gekommen? Wo sind Widerstände in Dir aufgetreten?

Formuliere diesen Glaubenssatz positiv zu einer Affirmation um, die dann quasi Deine Gedanken dahingehend positiv ausrichten sollen. Dies kann wie folgt aussehen:

  • Ich glaube an mich.
  • Ich verdiene ein Leben in Fülle.
  • Ich bin richtig, genauso wie ich bin.
  • Ich vertraue mir selbst.

Gern dürfen dies natürlich auch mehrere Affirmationen sein. Baue diese dann nach Deiner Dankbarkeitspraxis mit mit in Dein „Abendgebet“ ein und sage diese dann dreimal hintereinander fest, bestimmt und überzeugt auf. Fühle dabei Deine Überzeugung dieser Sätze. Fühlst Du die Sätze nicht, überprüfe noch einmal Deine Affirmation bzw. Dein Sankalpa. Dann hast Du vielleicht den Kern Deines Anliegens noch nicht richtig getroffen.

Bitte um Führung

Und als Letztes formuliere Deine Bitte um Führung.

Das kann die Bitte um die Führung bei einer wichtigen Entscheidung sein, die Du treffen musst. Zum Beispiel, ob Du das Jobangebot annehmen solltest oder nicht, ob Du den Schritt in die Selbstständigkeit wagen solltest, ob Du den Chef um ein persönlichen Gespräch bitten solltest, um einen bestimmten Sachverhalt zu klären, ob es Zeit wäre eine Gehaltserhöhung anzusprechen oder ob Du Dir ein Coaching oder eine Weiterbildung buchen solltest, um Dich in einem Teilbereich Deines Lebens weiterzuentwickeln. Es kann sich dabei aber auch um Führung durch eine Prüfung handeln, um Führung bei einem bestimmten Vorgehen oder Begleitung bei einem wichtigen Ereignis. Bei was auch immer Du das Gefühl hast Unterstützung zu brauchen.

Gib diese Bitte ans Universum, lege Dich dann schlafen und bleibe am nächsten Tag offen für die Antworten.

Wie und wann wende ich es an?

Ganz besonders bietet sich dafür die Meditation am Abend an. Bist Du mit Deiner eigentlichen Meditation am Ende, bleibe noch für einige Momente mit der Anjali-Mudra, also der Namasté-Handhaltung wie man sie beispielsweise auch aus dem Yoga kennt und die auch der klassischen Gebetshaltung der Hände ähnelt, sitzen. Viele Yogis und Meditierende beginnen und beenden ihre Praxis meisten mit dieser Mudra, um sich zu Beginn auf die Praxis einzustimmen als auch sich am Ende für das Empfangene und die gemachten Erfahrungen zu bedanken, beim Universum, dem höheren Selbst und bei sich selbst für die Zeit, die man sich für sich selbst genommen hat. Als Alternative dazu kannst Du eine Hand oder auch beide auf Dein Herz legen als Ausdruck Deiner Verbindung zu Deinem Höheren Selbst.

Geh dann Dein „Gebet“, Deine Bitte um Führung, entweder nur leise in Gedanken, flüstern oder aber auch klar sprechend durch, in einem Tempo, das für Dich angenehm ist. Und verbinde Dich dabei tief mit den Worten, die Du sprichst. Fühle richtig, was Du sagst, damit das Universum Deine Botschaft empfangen kann.

Schreiben als Alternative zum Gebet

Natürlich weiß ich, dass nicht alle Menschen abends noch meditieren, aber dennoch gerne Führung hätten. Das ist natürlich kein Thema. Heute auch sehr beliebt und weit verbreitet sind die sogenannten Journals, eine Art Tagebuch oder Notizbuch, quasi ein Aufschreiben von Gedanken und der Dinge, die einen bewegen. Eine geschriebene Auseinandersetzung mit sich selbst. Schriftliche Selbstreflexion.

Du kannst Dir also auch ein hübsches Notizbuch zulegen, insofern Du noch keines hast, und kannst jeden Abend aufschreiben, wofür Du dankbar bist, hältst einen positiven Glaubenssatz bzw. eine Affirmation fest und formulierst eine Bitte um Führung in einer Sache Deiner Wahl.

Und dann öffne Dich am darauffolgenden Tag für die Zeichen des Universum. Achte auf Synchronizität, also auf die Zeichen, die Dir die höheren Mächte zukommen lassen, um Deine Fragen zu beantworten, Dich bei Entscheidungen zu unterstützen und Dich zu führen. Und sei dabei sehr aufmerksam. Das Universum ist verspielt und kreativ mit seinen Botschaften, die Antworten kommen nicht so ganz eins zu eins wie in einem Dialog, wenn man noch nicht geübt ist, dem Universum zuzuhören. ♥

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