Das Meer

Mini–Meditation #4: Das Meer 

Thema: Weite, Unerschöpflichkeit, Fülle, Beständigkeit

Das Meer. Anziehungspunkt tausender von Menschen. Wie viele Menschen wollen in ihrem Leben unbedingt wenigstens einmal das Meer gesehen haben. Wie viele Menschen fahren (oder gehen) ans Meer, um Ruhe zu finden, um Abstand zu den Dingen zu bekommen, die sie beschäftigen und umtreiben, um sich ins Jetzt holen zu lassen von dem, was das Meer und seine Umgebung zu bieten hat. Weckt das Meer nicht auch immer irgendwie romantische Vorstellungen in uns?

Das Meer ist immer da. Immer ist es dort, wo wir wissen, dass es ist. Es gibt uns Sicherheit in seinem Sein. Es ist nicht immer gleich. Mal begegnet es ins in aller Stille, macht sich mit leisem Schwappen an Strand und Ufer bemerkbar. Stetig schickt es seine Wellen an Land, es greift nach dem Festland, gibt sich selbst preis und hinterlässt seine Schätze. Dann wieder begegnet es uns wild und schäumend, aufgebracht und wütend. Ausladend wirft es sich über den Sand des Strandes und nimmt mit, was es zu greifen bekommt. Aber immer ist es da. Immer. Wir können uns darauf verlassen.

Weit wie das Meer

Es ist da mit seiner unerschöpflichen Weite über den Horizont hinaus und seine scheinbare Unbegrenztheit macht auch uns weit. Es öffnet unser Herz, weitet unseren Geist und beruhigt unsere Seele. Niemand kann sich wohl der Faszination und des Zaubers des Meeres entziehen. Die frische Brise, die das Meer permanent begleitet, und die den typischen Geruch mit sich bringt, verwöhnt und beruhigt Körper und Geist. Der Wind fegt durch unseren Verstand und glättet die Wogen, die sich dort mit der Zeit aufbauen und unser Denken und Fühlen klein und eng werden lassen. 

Das stetige Wogen des Wassers am Ufer mit seiner Gleichförmigkeit und Konstanz hat beinahe meditativen Charakter. Befinden wir uns am Meer, sind all unsere Sinne angesprochen und es ist beinahe unmöglich, im Denken verhaftet zu bleiben. Von ganz allein treten die Gedanken in den Hintergrund und das reine Erleben übernimmt die Führung. 

Das Meer in unserem Herzen

Leider können wir bei einem Besuch am Meer dieses nicht „konservieren“, um das, was uns in seiner Nähe so gut tut, mit in unseren Alltag zu nehmen, wenn wir Menschen sind, die nicht das Glück genießen dürfen, in Meeresnähe zu leben. 

Wir können das, was es mit uns macht, nicht in einem Glas einfangen, mitnehmen und daheim noch einmal genauso genießen, wie es uns in wahrer Gestalt begegnet ist, wie sehr wir dies auch über das Mitnehmen von feinem Ostseesand versuchen, wie viele Muscheln, Steine und Meeresschätze wir auch sammeln mögen, die das Meer oft erst nach vielen Monaten und Jahren für uns Menschen an den Stränden freigibt. 

Die Bilder vom Meer, seinen Geruch, seine Weite, seine Geräusche und seine Wohlfühl–Effekte auf uns können wir nur ganz tief in unserem Herzen einlagern und sie als Erinnerungen aufbewahren

Die Mini-Meditation: Das Meer in Dir

In dieser Meer–Mini–Meditation kannst Du Dir diese schönen Erinnerungen und Assoziationen zunutze machen:

  • Setze Dich am besten aufrecht hin und schließe die Augen. Lass los, was immer gerade in Dir vorgeht und verbinde Dich mit Deinem Atem. Komm bei Dir an. Fühle Dich selbst. Fühle Dich da sitzen auf Deinem Platz und spüre Dich. Was auch immer gerade in Dir vorgeht, welche Empfindungen auch immer gerade Dein Sein begleiten, nimm es einfach nur wahr. 
  • Nimm Kontakt zu Deinem Atem auf. Folge Deinem Atem, ohne ihn zu verändern.
  • Wenn Du gut bei Dir angekommen bist und Dich bereit fühlst, stell Dir Sand unter Deinen Füßen vor. Den Sand, den Du magst am Strand. So dunkel, wie er sich präsentiert an den Stränden von Vulkan geprägten Landschaften oder so hell und pludrig fein wie er es beispielsweise an der Ostsee ist. Laufe durch ihn über eine Düne hinweg und auf den Strand zu. Erblicke in Deiner Fantasie das Meer. Spüre wieder, was es in Dir auslöst, wenn Du das Meer siehst. Lass Dich von der Faszination und Freude durchfluten.
  • Steh in Deinen Gedanken am Strand, fühle die frische Brise Meeresluft, die mit Deinem Haar spielt. Rieche das Salz in der Luft, diesen Geruch, den nur das Meer haben kann. Lausche den Geräuschen, die es macht. Höre das sanfte Schwappen der Wellen am Strand, höre ihm zu, folge ihm akustisch. Lass Dich vollständig erfüllen von Deinen Erinnerungen daran, wie es ist, am Meer zu stehen.
  • Fühle die Präsenz des Meeres. Fühle seine Weite, seinen Rhythmus, seine Beständigkeit. Lass Dich tragen von dem Gefühl, das die Erinnerungen in Dir auslösen. Werde eins mit der Freude.
  • Wenn es Dir gut tut, verbinde Deinen Atemrhythmus mit den Wellen des Meeres, das in Deiner Vorstellung rauscht und genieße die Ruhe, die sich in Dir einstellt.
  • Beende die Meditation, wann immer Du möchtest, indem Du drei tiefe Atemzüge nimmst, Dich kräftig reckst und streckst, gähnst und vielleicht auch kurz ein paar Schritte gehst.

Hier habe ich Dir ein Video eingebettet mit Meeresklängen, die Dich bei Deiner Meditation unterstützen und begleiten können, wenn Dir das hilfreich und angenehm erscheint. Probier es einfach mal aus:

 

Nimm die schönen Empfindungen, Gedanken und Gefühle mit zurück in Deinen Alltag und bleibe solange Du kannst bei Dir selbst.

♥ Ich wünsche Dir eine kraftvolle, wenn auch kurze Auszeit. ♥

 


Und hier geht es zu meinen anderen Mini-Meditationen:

Sei stark wie ein Berg, geschmeidig wie ein Fluß, tiefgründig wie ein See, verwurzelt wie ein Baum und flüchtig wie der Wind. 

Ich habe die Meditationen an schöne Sinnbilder in der Natur angelehnt, wobei ich inspiriert wurde, von der Bergmeditation von Jon Kabat-Zinn. Ich hoffe sehr, sie sind auch Dir Inspiration und Ruhepol:

Mini-Meditation #1: Der Berg

Mini-Meditation #2: Der Fluß

Mini-Meditation #3: Der See

Mini-Meditation #5: Der Baum

Mini-Meditation #6: Der Wind

 

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