Seemeditation

Mini-Meditation #3: Der See

Thema: Ruhe, Stille, Sein, Tiefe und Tiefgründigkeit, Geduld

Ähnlich wie am Meer, nur in kleiner Form, stehen wir gern an Seen. Wasser zieht uns Menschen magisch an. Irgendwie vermittelt es Geborgenheit und Leben. Entspannung, Auszeit und Ruhe. Natur. Hier können wir sein. Der See nimmt hin wie wir sind. Nichts anderes müssen wir für ihn sein als das, was wir sind.

Der See liegt da, mit seinem schönen klaren Wasser, das uns die Steine auf dem Grund sehen lässt, bevor er mit zunehmender Tiefe dunkel und geheimnisvoll wird. Still ruht er in seiner Senke, die die Natur mit Wasser gefüllt hat. Wir wissen nicht, wie tief er ist. Es ist Wasser an Land. Es ist einfach da. Grundwasser, das sich zeigt. Er ist Heimat für allerlei Tiere und Pflanzen, die den Lebensraum sowohl am als auch im Wasser bevorzugen.

Leise und gemächlich schwappen kleine Wellen plätschernd ans Ufer. Sie bekommen nicht die Kraft von Meereswellen. Brauchen sie auch gar nicht. Sie haben ihre eigene Art Wellen zu sein, ihre eigene Charakteristik, eine eigene Persönlichkeit. Der See ist geduldig. Er liegt einfach da in seiner Ruhe und Unergründlichkeit für den, der ihn nur besuchen kommt, um ihn vom Ufer aus zu betrachten und seine Nähe zu genießen.

Die Mini-Meditation: Der See in Dir

Diese Meditation eignet sich fürs Büro genauso gut wie auch draußen in der Natur, vielleicht sogar tatsächlich an einem See, dessen Gegenwart Dich unterstützen kann Dich zu entspannen

  • Setz Dich bequem und aufrecht hin, schließe Deine Augen, wenn Dir das guttut und nimm kurz Verbindung zu Deinem Atem auf. Dein Atem hilft Dir ins Hier & Jetzt zu kommen und Dich mit Dir selbst zu verbinden. Fühle, wie der Atem in Dich hinein und genauso auch wieder aus Dir herausströmt. Lass Deinen Atem für ein paar Momente frei fließen. Folge ihm mit Deiner Aufmerksamkeit, ohne ihn zu verändern.
  • Stelle Dir nun einen See vor. Einen See, so wie Du ihn magst. Das kann ein erfundener oder auch ein realer See sein, den Du schon mal besucht hast. Lass das Bild des Sees immer klarer und klarer werden. Bette ihn für Dich in eine Umgebung und in ein Klima ein, das Dir angenehm ist. Scheint die Sonne? Oder regnet es? Prasseln die Regentropfen auf die Wasseroberfläche? Du kannst Deinen See auch verschiedenem Wetter aussetzen und beobachten, wie sich das Bild immer wieder verändert, der See selbst aber immer derselbe bleibt.
  • Wenn Du das Bild fest und klar vor Dir hast, nimm das Bild des Sees in Dich auf. Werde selbst zum See.
  • Vielleicht ist Dir angenehm und hilfreich, Deinen Atem auf das sanfte Schwappen der Wellen am Ufer abzustimmen.
  • Sei der See. Ruhe in Dir. Bleibe der, der Du bist, egal, was rundherum passiert. Spüre die Gleichförmigkeit des Sees. Die Gleichgültigkeit. Spüre die Ruhe des Sees in seiner Tiefe, die nun auch Deine Tiefe ist. Spüre, dass die Tiefe des Sees von nichts bewegt wird, was auch immer sich an der Wasseroberfläche abspielt.
  • Ruhe auch Du nun in Deiner Tiefe. Fühle Deine eigene Tiefe. Lass Dich immer tiefer hineinfallen.
  • Vielleicht streift immer mal ein Gedanke Dein Sein. Aber gib ihm keinen Raum, halte ihn nicht fest. Was auch immer auftaucht – ein Gedanke, ein Gefühl oder auch eine Körperempfindung – ist nicht mehr als wenn eine Windböe die Oberfläche des Sees kräuselt.
  • Bleibe, so lange es Dir angenehm ist, bei Deinem Bild des Sees und in dessen geheimnisvoller Tiefe. Beobachte ihn Atemzug für Atemzug. Nimm wahr, was das Bild der Tiefe in Dir auslöst.Finde Deine eigene Tiefe.
  • Wenn Dir dann danach ist, beende langsam die Übung, indem Du Deinen Atem vertiefst, ein paar kräftige Atemzüge nimmst, Dich langsam reckst und streckst, gähnst und räkelst, um wieder zurück in den Alltag zu kommen.

Nimm von Deiner gewonnenen Achtsamkeit und Ruhe so viel mit in denen weiteren Tag, und bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit so lange es geht bei Dir.

♥ Ich wünsche Dir eine kraftvolle Auszeit. ♥

 


Und hier geht es zu meinen anderen Mini-Meditationen:

Sei stark wie ein Berg, geschmeidig wie ein Fluß, tiefgründig wie ein See, verwurzelt wie ein Baum und flüchtig wie der Wind. 

Ich habe die Meditationen an schöne Sinnbilder in der Natur angelehnt, wobei ich inspiriert wurde, von der Bergmeditation von Jon Kabat-Zinn. Ich hoffe sehr, sie sind auch Dir Inspiration und Ruhepol:

Mini-Meditation #1: Der Berg

Mini-Meditation #2: Der Fluß

Mini-Meditation #4: Das Meer

Mini-Meditation #5: Der Baum

Mini-Meditation #6: Der Wind

 

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