Kein Zurück

Es gibt niemals ein Zurück

„Zurück kann man ja immer noch.“ ..ist oft der Satz, den wir verwenden, wenn wir eine Veränderung in unserem Leben wagen, aber unsicher sind, ob wir unserer Intuition vertrauen können, uns verändern zu wollen. Wenn wir unsicher sind, ob gut wird, was wir uns vorstellen und wir erfolgreich sind mit unserer Idee. Das sind die Momente, in denen erst einmal unser Herz mit uns spricht und uns dazu ermutigt etwas zu verändern, dann aber unser Verstand dazwischengrätscht  und um seine Vormachtstellung kämpft und bereits mit den ersten Zweifeln über das Vorhaben um die Ecke kommt. 

Zurück ist eine Illusion

Dann geben wir uns gern der Illusion hin, dass wir ja immer noch zurückkönnen, wenn es „nach vorne“ vermeintlich nicht mehr (weiter)geht. Zurück in einen alten Job, wenn der Neue die gesuchte Erfüllung nicht bringt. Zurück in die Beziehung, wenn das Alleinsein sich nicht bewährt hat oder zu schmerzhaft ist. Zurück in die Heimat, wenn der Auslandsaufenthalt zu anstrengend war und nicht den Vorstellungen entspricht. 

Es wirkt tröstlich auf uns Menschen, wenn wir in etwas Gewohntes zurückkönnen. Wenn wir zumindest glauben können, in etwas Bekanntem und bereits Erprobtem Zuflucht zu finden. Etwas, das mal eine Komfortzone für uns dargestellt hat, uns Sicherheit gegeben und dafür gesorgt hat, dass wir uns wohlfühlen. 

Wir wollen uns also zwar verändern, wollen uns jedoch auch ein Sicherheitsnetz spannen. Wir wollen nicht hart fallen, wenn wir mal ins Straucheln kommen und abrutschen. Wir wollen auf Nummer Sicher gehen und aufkommendem Unbehagen vorgreifen. Wir wollen uns das Hintertürchen offen halten, damit wir zurückkönnen, wenn es unbequem wird. 

Doch wohin zurück? Was ist das Zurück? Zurück in was?

Warum es kein Zurück geben kann

Ein Zurück ist ein Trugschluss. Es gibt für uns niemals ein Zurück. 

Warum?

Weil wir einem ständigen Wandel unterliegen. Im Außen als auch in unserem Inneren. Und weil wir dadurch immer Andere sein werden zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns ein Zurück wünschen als zu dem Zeitpunkt, da wir uns aufgemacht haben zu neuen Ufern und eine Veränderung herbeigesehnt haben. Was wiederum bedeutet, dass auch das, was dann das Zurück darstellt, gar nicht mehr dasselbe für uns ist, was es vor unserem Aufbruch war. Es kann gar nicht mehr dasselbe sein. Es hat auf uns nicht mehr dieselbe Wirkung, für uns nicht mehr denselben Nutzen.

Das Zurück ist anders, weil wir anders sind

Wir sind nicht mehr dieselben wie zu dem Zeitpunkt als wir dieser Sache den Rücken gekehrt haben.

Wir haben eine Entscheidung getroffen und haben nach dieser auch gehandelt. Die Entscheidung als auch die daraus resultierende Veränderung unserer Umstände haben uns als Mensch und unsere Sicht auf die Dinge gleichzeitig mit verändert. Denn schließlich geht ja nichts spurlos an uns vorbei. Alles ändert sich in jedem Augenblick. Der stete Wandel der Dinge begleitet uns immer.

Selbst wenn wir bei einem Zurück dieselben äußerlichen Bedingungen vorfinden, wir beispielsweise den Job wieder besetzen können, aus dem wir uns gelöst hatten, so ist dieser Job für uns nicht mehr derselbe wie zuvor, weil wir nun mit den neu gemachten Erfahrungen auf ihn schauen und ihn damit auch ausfüllen. Ihn mit unserem neuen Sein ausfüllen. Das kann trotzdem gut sein und dennoch anders. Das kann sich durchaus als eine positive und beglückende Entscheidung herausstellen, und doch sind wir nicht mehr dieselben. Und deswegen ist es auch kein Zurück als solches, sondern ein neuer Weg, auch wenn er durch alte Strukturen und bekannte Umstände führt.

Akzeptieren statt zurücksehnen

Auch wenn wir unsicher sind, uns etwas zu schnell geht oder sich für uns nicht als zuträglich herausstellt, dürfen wir dennoch wahrnehmen, dass sich unser Weg der Veränderung nicht als praktikabel erwiesen hat. Es ist kein Fehler gewesen diesen Weg zu gehen. Und es ist kein Fehler oder keine Schwäche seinen Kurs erneut zu korrigieren. Wir dürfen die Tatsache annehmen, dass sich dieser Weg für uns nicht richtig anfühlt und wir erneut die Richtung wechseln wollen. Niemand verurteilt uns dafür. Und wenn doch jemand Missfallen oder Häme bekundet, dann ist das sein Ding. Oft sind das sowieso Worte von Menschen, die glauben, dass sie auf der sicheren Seite des Lebens sind, wenn oder gerade weil sie nichts verändern. Sie haben also nicht den geringsten Grund über Menschen zu lachen, die Mut aufbringen und ein Wagnis eingehen.

Bleib also mutig und geh weiter voran. Doch schaust Du zurück, sei nicht traurig oder enttäuscht, wenn Du nicht mehr vorfindest, was Du zurückgelassen hast. Du bist schließlich auch aus dem Grund gegangen, weil sich ständig alles im Wandel befindet und der Rahmen, der sich Dir bot, nicht mehr zu Deinem Leben gepasst hat.

Von ♥ zu ♥

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