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Komfortzone

An sich selbst wachsen durch das Verlassen der eigenen Komfortzone

Die Komfortzone..

Der Duden beschreibt diesen Begriff als einen „von Bequemlichkeit und Risikofreiheit geprägten Bereich des privaten oder gesellschaftlichen Lebens“. Für meinen Begriff ist die Komfortzone eine Lebenssituation, die wir uns hübsch eingerichtet haben, in der wir uns geborgen fühlen und in der wir uns mit einem größtmöglichen Maß an Sicherheit, Routine und Gewohnheit bewegen. In diesem Bereich unseres Lebens fühlen wir uns wohl, hier kennen wir uns aus und er ist wenig von Überraschungen geprägt. Jedoch endet diese Zone genau dort, wo es für uns unbequem wird, wir ein Umdenken benötigen, um den dort vorherrschenden Ansprüchen gerecht zu werden. Hier müssen Anstrengungen und Überwindungen innerer Grenzen und Blockaden in Kauf genommen werden, es sind Hürden zu nehmen und vielleicht ist sogar den eigenen Horizont zu erweitern. Es gilt Neuland zu betreten, Flexibilität und Spontanität herzustellen, um auf die Dinge reagieren zu können, die wir nicht kennen, die neu für uns und unsere gewohnten Abläufe sind.

Jeder hat seine eigene Komfortzone

Dabei ist eine Komfortzone ganz individuell und äußerst facettenreich. Jeder Mensch hat seine eigene, ganz nach dem Motto: Kennst Du eine Komfortzone, kennst Du eine. Sie ist so einzigartig, wie wir Menschen eben einzigartig sind und ist präzise auf die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen maßgeschneidert. Mit den Jahren hat sie sich ergeben, gefestigt, eingeschliffen. Wie ein Nest haben wir sie liebevoll ausgebaut, uns in ihr eingerichtet und ihre Begrenzungen gut ausgelotet. Wir wissen genau, wie weit wir uns bewegen können, um zu vermeiden, dass wir mit einem unbehaglichen Gefühl konfrontiert werden. Auch da hat wieder jeder Mensch seine eigenen Grenzen. Für Introvertierte, Schüchterne oder Ängstliche können diese Grenzen oft enger gesteckt sein als für Menschen, die generell schon offener und extrovertierter von ihrem ganzen Wesen her sind.

Gewöhnlich versuchen wir innerhalb unserer Komfortzone zu bleiben. Wer will schon sein Wohlbefinden riskieren und sich eventuellem Unbehagen aussetzen? Warum Unbequemlichkeit, wenn es doch auch bequem geht? Ab und an wird mal vorsichtig, gut geplant und wohlüberlebt aus Notwendigkeit aus dieser Zone ausgebrochen. Beispielsweise in einem Urlaub. Will man verreisen, muss man automatisch seine Komfortzone verlassen, auch wenn man da unter guter Planung auch anderorts seinen heiligen Kreis provisorisch wieder aufbauen kann. Man fährt vielleicht mit dem eigenen Auto, nimmt allerlei liebgewonnene und für einen selbst wichtige Utensilien mit wie Bettdecke, Kopfkissen, Küchenzeug und Hobbyartikel mit. Bei einer Flugreise wird dies schon schwieriger und man ist auf die Größe seines Koffers und dem dafür zulässigen Höchstgewicht beschränkt. Da wird einem schon klar, dass man mehr mit den gebotenen Umständen interagieren muss, um sich auch dann noch wohlzufühlen.

Das Verlassen der Komfortzone auf Probe

Jedoch stellt etwas wie ein Urlaub nur ein vorübergehendes Verlassen der eigenen Komfortzone dar. Was auch immer uns dort begegnet, womit wir uns vielleicht nicht arrangieren können, wissen wir, dass es nach einer bestimmten Zeit eben auch wieder vorbei ist und wir glücklich nach Hause zurückkehren können, wo alles so ist, wie wir es für unser Seelenheil brauchen, wie wir es kennen und gewohnt sind. Dort können wir uns dann wieder fallen lassen, uns zurücklehnen und glücklich darüber sein, dass es diese Rückzugszone in unserem Leben genau so und in dieser Form für uns gibt.

Und das ist völlig in Ordnung so. So etwas braucht jeder Mensch. Es ist eben ein Platz in unserem Leben, der uns auffängt und uns in die Arme nimmt, wenn vielleicht auch gerade in unserem Inneren zu viel Chaos herrscht, um auch noch im Außen mit ungeordneten Umständen umgehen zu können. Hierher können wir jederzeit zurückkommen, verschnaufen, durchatmen und einfach nur sein. Und es ist jedem Menschen nur zu wünschen, einen solchen Platz im Leben zu haben. Wie auch immer dieser geartet ist, wie groß oder klein dieser auch ausfallen mag. Selbst Wohnungslose oder Nomaden können einen solchen Platz haben, weniger materiell vielleicht als ideell, nur aus wenigen Gegenständen bestehend, mehr im Inneren orientiert, im Herzen verankert.

Die Komfortzone dauerhaft verlassen?!

Noch größer ist allerdings der Schritt aus der Komfortzone heraus, wenn es darum geht, die alltäglichen Pfade mal zu überdenken, zu hinterfragen und sie dann vielleicht auch noch zu verlassen. So sehr wie unsere Komfortzone der Ort ist, an den wir uns zurückziehen können, wenn wir auftanken wollen und Schutz und Geborgenheit brauchen, kann sie auch der Ort sein, der uns davon abhält, neue Erfahrungen zu machen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sie kann uns in unserer Bequemlichkeit halten und verhindern, dass wir unseren Horizont erweitern und schauen, was das Leben sonst noch so zu bieten hat, welche Möglichkeiten zu leben und zu arbeiten uns sonst vielleicht auch noch gut zu Gesicht stehen würden.

Hier ist die Anziehungskraft der bekannten Zone nicht zu unterschätzen. Auch wenn wir nicht zwingend mit allem zufrieden sind, sorgt sie dennoch dafür, dass wir uns lieber mit den bekannten Unliebsamkeiten herumschlagen als die bestehende Situation unbekannt zu verändern und damit vielleicht die Unzufriedenheit eher noch zu steigern als sie zu verringern. Begeben wir uns aus unserem bekannten Komfort heraus, wissen wir ja nicht, was auf uns zukommt. Das wiederum kann Angst auslösen. Und letztlich wollen wir uns mit jeder Veränderung, wie gering oder gravierend diese auch sein mag, immer nur verbessern. Logisch.

Veränderungen schaffen neue Möglichkeiten

Jedoch verhindert ein Ausharren in bekannten Strukturen eben auch, dass wir unsere Situation vielleicht wirklich einschneidend positiv verändern und uns Umstände schaffen, die noch viel besser zu uns passen würden als es unser Leben im Jetzt tut. Oft leben wir ja ein Leben, in dem es halbwegs bequem ist und wir alles möglichst genau kennen, bestimmte Ereignisse und Begebenheiten absehbar sind. Vielleicht ziehen wir mal um und verändern uns räumlich, um auch unseren Wohnraum unserer Vorstellung von Komfortzone neu anzupassen, ganz egal, ob es sich dabei um eine kleinere oder größere Wohnung handelt. Vielleicht wechseln wir auch beruflich mal das Unternehmen. Das wäre dann schon ein größerer Schritt, aber wenigstens kennen wir uns aus, der Job an sich bleibt derselbe, nur der Arbeitgeber würde sich verändern.

Ein noch größerer Schritt wäre sich für Kinder zu entscheiden und bereit sein alles zu tragen, was damit dann auch für das eigene Leben zusammenhängt. Oder als Paar frisch zusammenzuziehen, vielleicht den Wohnort zu wechseln und irgendwo komplett neu zu beginnen oder aus dem Job auszusteigen und etwas völlig Anderes zu machen, weil man festgestellt hat, dass man zwar gut ist in seinem Job und vielleicht nicht einmal gänzlich abgeneigt den Dingen gegenübersteht, die man so täglich zu tun hat, sie einen aber nicht erfüllen und man immer noch einige Schritte vom Glück entfernt ist.

Die Komfortzone zu verlassen bedeutet an sich selbst zu wachsen

Immer, wenn wir bereit sind, aus unseren gewohnten Strukturen auszusteigen, die von uns ausgetretenen Wege zu verlassen und unsere Reichweite und Grenzen neu auszuloten, machen wir für uns selbst Entwicklung erst möglich. Und das ist im Grunde ganz einfach. Dafür müssen wir noch nicht einmal wirklich viel tun. Wir brauchen nur Mut aufzubringen in uns hineinzuhorchen und wahrzunehmen, wonach uns eigentlich ist und uns von dieser inneren Stimme leiten zu lassen. Das Gewohnte zumindest für einige Zeit loszulassen und uns treiben zu lassen, wohin uns auch immer die Reise führen mag, die klein, aber auch groß ausfallen kann:

Mir ist heute Abend spontan danach ins Kino zu gehen, aber niemand will mitkommen und genau diesen Film sehen. Warum also den Wunsch verwerfen und nicht alleine ins Kino gehen?! Für manch Einen kann bereits solch ein Ereignis ein kurzes Verlassen der eigenen Komfortzone darstellen. Jedoch lässt dies wiederum neue Erfahrungen zu, die wir dann hinterher einordnen können. Ich, zum Beispiel, habe damals festgestellt, ich gehe sehr gern allein ins Kino und mache das seither öfter. Manchmal sogar ganz bewusst und frage gar niemanden, ob er mitkommen möchte.

Oder warum nicht auch mal malen. Als Kind habe ich gern gemalt. Irgendwann mit dem Einsetzen der Teenagerzeit ging dieses Hobby verloren. Ich war generell viel außenorientiert, hatte immer Freunde, mit denen ich verabredet war, war ständig mit meiner Clique unterwegs. Da hatten solche Hobbys keinen Raum mehr in meinem Leben. Dann als ich erwachsen war, nahm ich mir nie die Zeit dazu, hatte keinen Anschluss mehr an dieses Hobby, und vielleicht kam es mir auch irgendwie kindisch vor. Heute fühle ich mich oft wie ein Kind, das herummatscht und Freude daran findet, wie sich Farben vermischen, neue Farben entstehen und wie auf dem Papier etwas wächst, das nichts Konkretes darstellt, aber dennoch schön anzuschauen ist. Und ich bin dabei ganz bei mir, versunken in die Sache und mein Tun hat meditative Qualität. Nicht das Ergebnis ist wichtig, sondern allein der Weg bis dahin.

Auf dem Weg zu unseren Träumen

Die Komfortzone verlassen heisst also nicht, einfach nur etwas anders zu machen, um einfach etwas anders zu machen. Sondern, um vielleicht die Komfortzone zu erweitern oder neu zu verlagern, bedeutet es, auf uns und unsere tiefsten Wünsche, Träume und Bedürfnisse zu hören.

Die Komfortzone zu verlassen soll ja nicht in einem Desaster enden. Wir wollen uns ja gern auch weiterhin wohl und behaglich fühlen. Also sollten wir die Chance erhöhen, dass wir uns zukünftig Umständen schaffen, die auch wirklich zu uns passen könnten. Das soll nun aber nicht heißen, dass wir uns nur herauswagen mit Netz und doppeltem Boden. Ganz im Gegenteil. Die Komfortzone zu verlassen bedeutet natürlich auch ein wenig Risiko einzugehen, Neuland zu betreten und bei jedem Schritt auch Mut aufzubringen weiterzugehen, auch wenn sich nicht jeder einzelne Schritt davon zwingend gut anfühlt. Es heisst mutig weiterzugehen, wenn wir ein Ziel vor Augen haben und sich nicht abschrecken zu lassen.

Ähnlich wie bei einer Schluchtüberquerung mittels einer alten, wackeligen Hängebrücke. Auf unserer Seite stehen wir auf festem Boden, doch entweder kennen wir hier drüben alles schon oder vielleicht sind auch die Ressourcen auf unserer Seite erschöpft oder wir sind generell auf der Reise und haben ein Ziel vor Augen, das wir bestaunen und erreichen wollen. Auch sind wir ja neugierig, was sich auf der anderen Seite der Brücke so bietet. Wie es dort aussieht und wohin die Wege dort drüben führen. Also müssen wir auf die andere Seite. Die Hängebrücke wirkt nicht bequem, aber auch nicht sonderlich gefährlich. Wir müssen uns nur überwinden, den festen Boden zu verlassen, eine Weile etwas wackelig in der Luft zu hängen, vielleicht unterwegs auch Unsicherheit zu verspüren, ein paar Ängste, ob alles gut gehen wird. Vielleicht kommen auch Zweifel auf, ob sich die Anstrengungen lohnen und der Akt mit der Überwindung der Hängebrücke überhaupt in einem Verhältnis zum angestrebten Ziel steht. Aber bringt man den Mut und das Durchhaltevermögen auf und überquert die Brücke und hat auf der anderen Seite erst einmal wieder festen Boden unter den Füßen, zerplatzen die Zweifel wie Seifenblasen, die Sicherheit ist zurück. Man ist stolz auf sich und froh diese Hürde überwunden zu haben. Vor einem tut sich ungeahntes neues Terrain auf und die Reise kann weitergehen. Man kommt ans Ziel, welches man nun bereits im Kopf lange anvisiert hat und ist um viele Erfahrungen reicher. Nicht nur die Erfahrung des Ziels, sondern um all die kleinen Erfahrungen, die den Weg bis zu diesem Ziel begleitet und ermöglicht haben.

Veränderung bedeutet auch Mut zu schöpfen und Unsicherheit zu überwinden

Jedes Verlassen der bereits gewohnten Komfortzone hin zu einer Erweiterung dieser durch das Betreten neuer Wege und Zulassen neuer Erfahrungen stellt quasi sinnbildlich diese Hängebrücke dar. Es wird unterwegs immer und immer wieder Zweifel, Ängste und Unsicherheiten geben, aber wir werden immer auch wieder in eine Wohlfühlzone zurückkehren. Sie wird sich früher oder später immer wieder einstellen, auch wenn sie dann anders ist als das, was wir bis dahin kannten. Das ist ein ganz normaler Kreislauf. Wir können nur über den Tellerrand schauen, wenn wir unseren Blick heben und zulassen, was es darüber hinaus zu sehen gibt. Stellt sich der Komfort dann nach einer Weile des Reisen wieder ein, können wir dort gern eine Weile verschnaufen, uns erholen, die Reise und unsere Erfahrungen bis dahin Revue passieren lassen, um dann neue Energie zu schöpfen und eine weitere Reise anzutreten.

Veränderung ist immer möglich

Eine Komfortzone ist nichts Starres. Sie ist kein unumstößliches Gebilde, kein festes Konstrukt, keine Einrichtung für die Ewigkeit. Kann sie nicht sein, und sollte sie auch nicht sein. Sind wir nicht (mehr) zufrieden mit dem, was sich nun (neu) ergeben hat, verlassen wir sie eben erneut, um sie und damit auch uns neu auszurichten, entlang an unseren Bedürfnissen und Wünschen. Wir können immer wieder nachjustieren und schauen, ob es dann stimmiger ist für uns. Und so geht es immer weiter. Damit dürfen und brauchen wir niemals aufzuhören. Wir dürfen und können nicht stehen bleiben. Denn das würde Stagnation bedeuten, und irgendwann würden wir dann mit Unzufriedenheit dafür bezahlen.

Kleine Schritte sind besser als stehenbleiben

Dabei heisst das nun nicht, dass Du von heute auf morgen Dein ganzes Leben umkrempeln musst. Ganz im Gegenteil. Du bestimmst selbst, was Du wann und auf welche Weise veränderst. Niemand kann Dir da hineinreden. Außer vielleicht das Universum, das Dich ab und an in die richtige Richtung schupst, es für Dich Entscheidungen trifft bzw. sie Dir abnimmt, wenn Du dazu nicht in der Lage bist und Du dann nicht mehr anders kannst als zwangsläufig die Richtung zu ändern und mit den neuen Umständen umgehen musst, die das dann mit sich bringt und die sich vor Dir auftun.

Du selbst bestimmst das Tempo. Und das können auch ganz kleine Schritte sein. Wichtig dabei ist allerdings, dass Du sie gehst, diese kleinen Schnittchen hin zu Deinem für Dich bestimmten Leben. Halte nicht fest an Dingen, die Du zwar kennst, die aber sonst  nicht länger zu Dir passen, vielleicht nicht einmal wirklich zu Dir gehören, die loszulassen Du jedoch bisher gescheut hast aus der Angst und Unsicherheit heraus, was denn sonst an dessen Stelle treten könnte.

♥ Ich wünsche Dir von Herzen neue Eindrücke, Erlebnisse und überwältigende Erfahrungen mit Deinem eigenen Mut, Deinen Träumen und Deinem tiefsten Sein. ♥

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