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Loslassen

Achtsamkeitsübung #25: Halte nichts fest

Nichts festzuhalten bedeutet gleichzeitig loszulassen.

LOSLASSEN!

Immer wieder ist Loslassen ein Thema. Und es ist auch das Thema, das am leichtesten klingt und doch in seiner Umsetzung für viele Menschen am schwersten ist. Doch nur wenn wir Loslassen und nicht an den Gegebenheiten und Erinnerungen festhalten, können wir dem Auf und Ab des Lebens akzeptierend begegnen.

Loslassen ist vor allem ein Begriff für Menschen, die sich mit spirituellen Themen auseinandersetzen. Jedoch geht es uns alle etwas an, denn wir alle treffen auf dieselben inneren und äußeren Umstände, ob wir uns selbst nun als spirituell betrachten oder nicht.

Alles ist immer und zu jeder Zeit im Wandel.

Leben ist Veränderung – Veränderung ist Leben

Wir Menschen sind so aufgestellt, dass wir gerne alles das, was wir als angenehm und schön empfinden und bewerten, behalten wollen und uns wünschen, der Zustand bzw. das Gefühl, das dieser Zustand in uns hervorruft, würde so lange wie möglich anhalten. Damit können schöne Momente und Situationen gemeint sein, wie beispielsweise (arbeitsfreie) Zeiten des Urlaubs oder Reisens oder den Zustand des frisch Verliebtseins. Momente, in denen wir glücklich sind und in Harmonie mit uns selbst als auch mit unserer Umwelt. Immer dann, wenn wir erfüllt sind von Lebensfreude und wir nichts anderes brauchen als das, was bereits da ist.

Diese Gefühle können auch materielle Dinge in uns auslösen. Man war gerade shoppen, hat sich mit ein paar Stücken der neuen Jahreszeiten-Kollektion eingedeckt, man hat sich ein paar neue Schuhe gegönnt, ein Gerät auf dem Stand neuester Technologien oder ein Buch gekauft, was auch immer. Wenn der Gegenstand dann endlich in unserem Besitz ist, kann es das Gefühl der Erfüllung in uns hervorrufen, uns glücklich machen, genauso wie bei schönen Momenten im Leben.

Jedoch geht dieser Zustand gleichzeitig mit der Hoffnung einher, den Moment, die Situation möglichst lange zu erhalten oder die Hoffnung, dem ersehnten Gegenstand möge bitte möglichst lange nichts passieren (quasi uns der Partner nicht wieder verletzt oder gar verlässt, das Smartphone keinen Kratzer bekommt, auf die neuen Schuhe möglichst lange keiner drauftritt, das Buch beim Lesen in der Badewanne nicht ins Wasser fällt, der Softdrink nicht über die Tastatur des neuen Rechners geschüttet wird usw.).

Wir planen also oft schon in den Momenten des Glücks und der Freude Gedanken an die Zeit „danach“ ein. Wir machen uns unterschwellig Sorgen, haben Angst. Angst, das wir etwas wieder verlieren, was uns wichtig (geworden) ist, woran wir Freude und vielleicht sogar unser Herz gehängt haben. Wir haben Angst, dass uns der Zustand der Unzufriedenheit und damit des „Leidens“ wieder einholt und uns das Seele schwer macht.

Nichts bleibt so, wie es ist – Kein Zustand ist ewig

Dabei wissen wir tief in uns drin eigentlich, dass keiner der beiden Zustände, das Glück oder das Unglück, ewig anhält. Immer wechseln sie sich miteinander ab. Nur leider ist die Sichtweise vieler Menschen sehr auf das fokussiert, was im eigenen Leben fehlt oder man nicht kann (immer natürlich im Vergleich mit anderen). Deswegen glauben manche Menschen, dass sie mehr unzufrieden und unglücklich sind als zufrieden und glücklich.

Diese Ansicht bedarf allerdings durchaus einen zweiten Blick. Und diesen zweiten Blick darfst Du verbinden mit der Bewusstheit darüber, dass kein Zustand, mag er in Deiner Bewertung positiv oder negativ sein, ewig anhält. Auf schön folgt unangenehm, auf unangenehm folgt schön. Immer und immer wieder. So ist der Lauf der Dinge, so ist das Auf und Ab des Lebens. Und es ist in jedem Leben gleich. Wie stark man welchen dieser beiden Zustände wahrnimmt, liegt letztlich nur in der eigenen Einstellung und dem eigenen Urteil.

Akzeptiere, was ist

Daher geht es diese Woche darum, dass Du verstärkt darauf achtest, wie es Dir gerade geht und wie Du die Situation, in der Du Dich jeweils befindest, wahrnimmst und beurteilst.

Nimm bewusst wahr, wenn Du einen Zustand, in dem Du Dich befindest, bewertest. Und ob Du ihn in „gut“ oder „schlecht“ einteilst. Ein guter Einstieg kann hier immer die Frage sein: Wie geht es mir gerade? Was macht das mit mir?

Horche in Dich rein. Und mache Dir bewusst, dass dieser Zustand nicht ewig so bleiben wird, sondern auch nur von kurzer Dauer sein kann. Lass ihn quasi los. Lass den Zustand gehen!

Am Anfang wirst Du noch merken, wie Dir dies bei schönen Momenten schwerfällt. Das darf es auch, doch steht es außer Frage, dass er ewig halten wird. Irgendwann ist der Urlaub vorbei, in der Liebe/ Partnerschaft kommt es zu einem Konflikt oder man hat eben einfach nur mal so, ohne ersichtlichen Grund, schlechte Laune.

Genauso ist es aber auch mit den Momenten, die Du eher als unangenehm einstufst. Auch dieser Zustand wird nicht ewig andauern, wie unschön, schwer oder schmerzhaft er auch sein mag. Auch er wird sich irgendwann wandeln und wieder in Momente von Freude und Glück übergehen.

Wir wüssten ohne die Existenz dieser Gegensätze nichts vom Auf und Ab des Lebens. Erst dieser ständige Wechsel lässt uns leben und macht es uns möglich, uns zu entwickeln, voranzukommen und an den Aufgaben des Lebens zu wachsen.

♥ Bleibe im Fluß mit dem Leben, genieße die Wogen der Unruhe als auch die glatte See des Glücks. ♥

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