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Gewohnheiten

Achtsamkeitsübung #12: Gewohnheiten durchbrechen

„In der Gewohnheit ruht das einzige Behagen des Menschen.“(Goethe)

Zu einem großen Teil bestehen unsere täglichen Handlungsabläufe aus Automatismen und Gewohnheiten. Sie fangen morgens an und hören abends auf dem Weg ins Traumland in unserer Lieblings-Einschlaf-Position auf, um mit dem darauffolgenden Morgen wieder in ihren ausgetretenen Pfade zu treten.

Gewohnheiten tragen uns durch den Tag

Gewohnheiten helfen uns den Tag zu strukturieren und Dinge in unserem Leben zu organisieren. Sie unterstützen uns dabei Handlungsabläufe schnell und routiniert durchzuführen. Sie erhöhen unsere Effizienz und ermöglichen uns bestimmte Vorgehen reibungslos und schnell auszuführen. Sagt man nicht „Übung macht den Meister“?! Diese vielen kleinen Gewohnheiten erlauben uns unseren Fokus und unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Dinge in unseren täglichen Abläufen zu lenken, die uns nicht ganz so leicht fallen, die wir nicht so innehaben.

Ein gutes Beispiel für Gewohnheiten und Automatismen, die uns hilfreich im täglichen Tun begleiten, können wir beim Autofahren gut erkennen. Hätten wir die Beherrschung unseres Fahrzeuges, wie beispielsweise das Schalten, Lenken und Blinken, nicht bis in die kleinste unserer Zellen verinnerlicht, müsste der Verkehr um uns herum, samt aller anderen Verkehrsteilnehmer, Lichtsignale und Verkehrszeichen, unsere Aufmerksamkeit mit der Steuerung unseres Fahrzeugs teilen. Das würde wahrscheinlich die Gefahr für Unfälle wesentlich erhöhen. So aber agieren wir, ohne über die einzelnen Handgriffe nachzudenken. Wir tun sie einfach.

Auf diese Weise funktionieren viele Abläufe in unserem Alltag. Was letztlich unseren Alltag zum Alltag macht. Wir stehen jeden Morgen – zumindest unter der Woche – immer zur selben Zeit auf, danach folgt ein – bei vielen Menschen – bis auf die Minute eingeübtes Spiel aus Gewohnheiten und Ritualen:

  • wie wir unsere Zähne putzen
  • uns schminken
  • wie wir duschen und in welcher Reihenfolge wir unseren Körper reinigen
  • wie wir unser Frühstück zubereiten, in welcher Reihenfolge wir Lebensmittel essen
  • der gesamte Ablauf unseres Morgens

Die Liste könnte ich ewig fortsetzen.

Diese Dingen spenden uns Trost und auch Sicherheit. Und bestimmte Routinen sind wichtig, andere bedürfen durchaus einer kleinen Aufpeppung.

„Im Schatten der Gewohnheit verkümmert das Erlebnis.“ (Hinrich)

Hinterfragen und prüfen

Diese Woche lade ich Euch dazu ein, Eure ganz eigenen Gewohnheiten aufzuspüren, wahrzunehmen und zu hinterfragen. Sind sie Dir auf diese Weise, wie sie Dich begleiten, (noch) zuträglich? Unterstützen sie Dich wirklich noch positiv?

Nimm wahr und staune, wie viele es wirklich sind. Und nimm Dir fest vor, endlich mal wieder etwas anders zu machen. Anfangs erscheint es vielleicht etwas albern, und zugleich ungewohnt (Haha, wer hätte das gedacht?!), aber es ist eine wunderbare Gelegenheit etwas Neues auszuprobieren und damit natürlich auch neue Erfahrungen zu machen.

Zum Beispiel könntest Du..

  • mit der nicht dominanten Hand essen, schreiben, Dich schminken
  • auf der anderen Seite Deines Bettes schlafen
  • die Morgenroutine umstrukturieren und in einer anderen Reihenfolge erledigen
  • den Fernseher abends durch ein Brettspiel ersetzen

Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Betrachte es als ein Spiel. Binde enge Freunde oder Familienmitglieder mit ein, damit alle etwas zu lachen haben. Und vergiß nicht: Es geht nicht um noch mehr Optimierung in Deinem Alltag. Ganz im Gegenteil! Diesmal geht es darum, Dich wieder etwas wacher zu machen für die alltäglichen Dinge und Abläufe, die Dich umgeben und Dich durch Dein Leben tragen und Dich achtsamer werden zu lassen.

Erlaube Dir aber natürlich auch, Gewohnheiten, die sich nach Deiner Prüfung als sinnvoll und nützlich erweisen, in Deinem Repertoire zu behalten und auch weiterhin von ihnen zu profitieren.

Möglichkeit zur Erweiterung der Übung:

Nachdem Du herausgefunden hast, was sich alles routiniert in Deinem Tag abspielt, finde heraus, welche Gewohnheiten Du gern ablegen würdest. Schreibe diese auf einen Zettel und nimm Dir dann für jede Woche eine neue vor, die Du durch alternative Handlungen ersetzt.

Würdige andererseits aber auch die Gewohnheiten als kleine liebevolle Begleiter durch Deinen Alltag, die sich als unterstützend, hilfreich und sicherheitsgebend herausgestellt haben, nachdem Du sie näher beleuchtet hast.

♥ Viel Erfolg bei neuen Herausforderungen! ♥

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