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Eins mit dem Körper

Achtsamkeitsübung #8: Eins werden mit dem Körper

Achte auf die Zeichen Deines Körpers.

Nimm diese Woche wahr, wie Dein Körper Dir spiegelt, was sich in Deinem Geist abspielt. Werde Dir bewusst darüber, wie sehr das Außen Deine Gedanken, die Reaktionen Deines Körpers und damit Dein Wohlbefinden beeinflusst. Welches Ereignis im Außen erzeugt welche körperliche Reaktion und welche Gedanken und Gefühle sind daran mit beteiligt?

Ist Dir bewusst, wie Dein Körper in welcher Situation auf welche Weise reagiert?

Der Mensch ist ein ganzheitliches Wesen. Nichts, was um uns herum geschieht, passiert einfach so und lässt uns unbeeinflusst. Immer hat es auch eine Auswirkung auf uns. Wenn etwas im Außen um uns herum passiert, erzeugt dieses Ereignis Gedanken und diese Gedanken wiederum erzeugen Gefühle und diese Gefühle werden für uns am ehesten wahrnehmbar als eine Empfindung, eine körperliche Reaktion.

Sind es negative Empfindungen, die als Reaktion auf ein Ereignis auftauchen, schneiden wir sie gern von uns ab. Wir wollen dann vermeiden sie zu fühlen, kompensieren dies lieber mit Ablenkungen oder – besonders bei körperlichen Phänomenen – versuchen sie unhinterfragt zu beseitigen. So manche Schlaf- oder Schmerztablette, so manches Magenmittel oder Blutdrucksenker wird da zum guten Freund und ist einfacher anzuwenden als sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Schuld sind nämlich immer die Anderen

Ich selbst habe dies viele Jahre erlebt und sogar Ärzte als unfähig bezeichnet, die meinten, es könne keine körperliche Ursache für meine Beschwerden gefunden werden. (Davon mal abgesehen, dass ich dennoch ein zwiegespaltetes Verhältnis zur Schulmedizin habe, scheinen sie damals in dem Fall tatsächlich recht behalten zu haben.) Ich litt jahrelang unter chronischer Gastritis und Reflux, einer schlimmen Entzündung der Speiseröhre. Immer hatte ich Magenschmerzen. Ich hatte Schmerzen, wenn ich nichts gegessen hatte. Aß ich etwas, wurde es hinterher noch schlimmer. War ich aufgeregt, wurde es schlimmer. Aß ich etwas exotisches, wurde es schlimmer. Ärgerte ich mich, wurde es schlimmer. Schlimmer als was eigentlich? Denn weg war es ja eigentlich nie. Es gab durchaus bessere Phasen. Ich merkte vor allem, dass ich im Urlaub keinerlei Probleme hatte. Aber klar, wer hat schon Probleme, wenn er Urlaub hat?!

Ich musste mich also irgendwann der Tatsache stellen, dass ich es selbst war, die diesen Zustand aufrechterhielt, weil ich mich vom eigentlich Problem ablenkte mit Arztbesuchen, dem Aufregen über die Unfähigkeit der Ärzte, der Suche nach alternativer Heilmethoden, mit dem Ausprobieren verschiedenster Ernährungsformen, Diäten und Ernährungsrichtlinien für Gastritiker und dem Leiden an sich. Ich lebte mein Drama und füllte es gut aus. Ich war meine beste Schauspielerin.

Bis mir meine TCM-Ärztin eines Tages gerade heraus die Augen öffnete und mir die Wahrheit förmlich um die Ohren haute. Sie sprach von Selbstliebe, Selbstannahme und dem inneren Kind. Als ich ihre Praxis verließ, war nichts mehr für mich, wie es vorher war. Ich wußte zwar in dem Moment noch nicht in allen Teilen, was genau sie meinte, doch ich wußte sofort, dass ich diese Spur verfolgen musste. Und diese Spur führte direkt in mein Inneres. Ganz tief in mich selbst hinein. Geradewegs zu mir selbst.

Ich lernte mich selbst noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen, all meine bisher unbewussten Mechanismen, mit denen ich fleißig, stetig und vor allem sehr ausdauernd mein eigenes körperliches Leid aufrechterhalten habe. Jahrelang. Dabei hätte ich doch alles dafür getan es loszuwerden.

Als sich meine Achtsamkeit für mich und meinen Körper schon sehr verfeinert hatte, stellte ich fest, wie viel Wut ich in mir trage, was mich ständig alles ärgert, besorgt oder ängstigt im Alltag. Und wie sich dies körperlich, gedanklich und natürlich auch emotional auf mich niederschlug. Beispielsweise stellte ich fest, dass ich schon bei der kleinsten Anspannung, in Form von Stress oder Hektik, meinen Bauch einzog und so angezogen hielt. Ich las ein Buch über unerklärliche Beschwerden, dass Muskelverspannungen oft ein unerkanntes Problem sind, das sich sogar soweit auswirken kann, dass sich durch die dauerhafte Anspannung der Muskulatur auf lange Zeit innere Organe verändern. Wirklich erschreckend.

Ich kreierte daraus eine Achtsamkeitsübung nur für mich selbst, indem ich immer beobachtete, was mein Bauch machte und ob es mir möglich ist, diesen zu entspannen und entspannt zu lassen. Für diese Übung brauchte ich fast zwei Monate und auch heute praktiziere ich sie zwischendurch noch regelmäßig, wenn es mal wieder turbulent in meinem Alltag zugeht.

Unser Körper ist nicht unser Feind

Ganz im Gegenteil sogar! Erst durch unseren Körper können wir ganz werden, wieder eine Einheit bilden. Ein All-Eins-Sein. Wir sind zwar nicht unser Körper, aber Teile an ihm zu leugnen, Symptome zu ignorieren, uns die eigene Kondition anders zu wünschen, die Figur zu verfluchen und ständig auf irgendeine Art an uns herumzunörgeln, lässt uns auf dem Weg zu uns selbst stagnieren. Unsere sexuelle Identität oder Präferenzen nicht annehmen zu können, unsere sexuellen Empfindungen, Wünsche, Triebe oder auch Ängste abzulehnen, wird ins in der inneren Spaltung behalten. Dort geht es nicht weiter. Wenn wir unseren Körper nicht annehmen können, wie er ist, werden wir nicht gänzlich zu uns selbst finden.

Unser Körper ist doch das Zuhause für unsere Seele hier in diesem Leben. Das Reisegefährt unseres höheren Selbst hier auf der Erde. Wir sollten es hegen und pflegen, gesund und fit halten, um möglichst lange darin unterwegs sein zu können und das Leben zu genießen. Und dazu gehört natürlich die Liebe zu uns selbst. Zu jedem Aspekt unseres Selbst.

Beobachte ganzheitlich, was Ereignisse im Außen in Dir auslösen

Behalte daher diese Woche Deine Achtsamkeit so gut es geht in Deinem Körper. Was auch im Außen geschieht: sieh Dir im Innen an, was die Geschehnisse um Dich herum in Dir auslösen.

Wenn Du in der vergangenen Woche meine Achtsamkeitsübung mit dem Beobachten der Gedanken praktiziert hast und Dich da etwas sensibilisiert und geübt fühlst, bezieh diese Erfahrung mit ein und schau, wie auch Deine Gedanken Dein Empfinden beeinflussen. Schau genau hin, durch welche Linse Du die Dinge wahrnimmst. Schimpfst Du viel in Deinem Kopf? Interpretiert Dein Geist viele Geschehnisse negativ?

Werde so fein wie Du kannst in Deiner Wahrnehmung bezüglich den Dingen im Außen und den Reaktionen in Deinem Inneren. Und genieße die Erkenntnisse, die sich daraus für Dich ergeben. Denn sie können große Klarheit und wahre Befreiung bringen, wenn wir unsere unbewussten Mechanismen erst einmal entlarvt haben und uns davon entfernen uns mit ihnen zu identifizieren, sie stattdessen jedoch als das annehmen, was sie sind: Mechanismen, aus denen wir aussteigen können, wenn wir sie ins Licht unseres Bewusstseins gezerrt haben und sie damit ihre Wirkung über uns verlieren.

♥ Viel Freude beim Erkunden und Dir selbst wieder näher kommen. ♥


Übrigens: Wenn Dir eine Achtsamkeitsübung als sehr fordern erscheint und Dir eine Woche zu wenig ist sie zu trainieren, kannst Du sie auch eine zweite, dritte oder vierte Woche üben. Gern so lange Du magst und brauchst. Bist Du dann bereit für eine neue, suchst Du Dir entweder eine neue aus, die Dir gefällt oder folgst auf Facebook der, die ich zu dem Zeitpunkt gerade aktuell auf meiner Seite anbiete.

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