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Baum

Achtsamkeitsübung #19: Auf unsere Bäume achten

Nun ist es endlich soweit. Der Winter liegt für diese Saison endgültig hinter uns, der Frühling hat vor einiger Zeit Einzug gehalten, ist in vollem Gange und die Natur präsentiert sich in ihrer schönsten Fülle. Und da ist sie kreativ verschwenderisch, üppig und bunt. In allen Farbspektren überrascht sie uns beinahe jeden Tag neu. Die Pflanzenwelt ist eine wahre Pracht. Die Wiesen grünen, und der Wald hat seinen Winterschlaf beendet und präsentiert sich im frischesten grünen Ton-in-Ton-Blätterkleid.

Davon bekomme ich im Augenblick gar nicht genug. Sobald sich ein Zeitfenster auftut, bin ich draußen. Es gibt ja so unglaublich viel zu sehen. Wie es am Entstehen und Wachsen ist. Auch da gibt es auf Spaziergängen beinahe täglich Neues zu entdecken.

Und wie ich neulich durch einen Artikel auf einem Blog über roh-vegan Ernährung erfahren durfte, sind viele Baumblätter sogar essbar und äußerst nahrhaft. Davon hatte ich bis dahin noch nichts gehört. Aber warum eigentlich nicht? Wieso habe ich das nie in Erwägung gezogen? Beeren pflückt man ja draußen auch. Und Wildkräuter. Und essbare Blüten kennt mittlerweile auch jeder. Und jetzt, wo im Frühjahr alles so frisch wächst und wirklich auch in einem Übermaß vorhanden ist, warum also nicht ausprobieren und nutzen.

Diese neue Erkenntnis über die Essbarkeit von Baumblattgut hat mich nun meinen sowieso schon geliebten Bäumen und Wäldern noch einmal auf eine ganz besondere Weise näher gebracht. Dabei habe ich viel Neues lernen dürfen bzw. wurde auch altes Wissen aus dem Heimatkunde-Unterricht noch einmal aufgefrischt, wo Baumkunde bei uns, glaube ich, in der ersten Klasse gelehrt wurde. Das, was für mich offensichtlich am einprägsamsten war (und ich merke immer wieder, dass ich da nicht die Einzige bin mit diesem Phänomen), waren die herzförmigen Blätter der Linde.

Auf Bäume und ihre Besonderheiten achten

Diese Woche gilt es also auf die Bäume in Deiner Umgebung zu achten. Wenn Du dabei zu Fuß bist, ist das natürlich perfekt, aber selbst auf dem Rad nimmst Du sicher noch genug wahr.

Es gibt so viele kleine Details, auf die Du achten kannst:

  • Wie unterscheiden sich die Baumstämme voneinander? Die Baumstämme von nur einer Baumart? Und wie unterscheiden sich die Baumstämme verschiedener Baumarten? Welche Farben haben Sie?Ist sie grau, braun oder sind mehrere Farben am Gesamteindruck beteiligt? Ist die Rinde glatt oder eher rau und aufgeworfen? Gibt es alte Baumwunden oder Narben?
  • Geht der Stamm vielleicht gerade nach oben? Oder wächst der Baum krumm? Oder teilt er sich vielleicht auf dem Weg nach oben und unter der Krone sieht es so aus als wären es zwei oder gar noch mehr Bäume?
  • Ab welcher Höhe beginnt das Wachstum der Äste?
  • Und wie ist die Farbe der Blätter einzustufen? Wie unterscheiden sich die Grüntöne der einzelnen Blätterwerke? Oder geht die Farbe vielleicht eher in Lila oder dunkelrot wie bei der Blutbuche?
  • Welche Größe und Form haben die Blätter? Klein oder groß? Gezahnte Ränder oder eher glatt? Ein einzelnes Blatt oder eher eine Fächerform wie bei der Kastanie?
  • Wie fühlen sich die Blätter an? Sind die weich oder eher fest? Haben sie eine glatte oder eher etwas fällige Oberfläche?
  • Wie blühen die einzelnen Bäume, wenn sie denn blühen? Die Kastanie blüht zum Beispiel sehr zeitig Anfang Mai schon und präsentiert ihre weißen, zum Teil aber auch ganz zauberhaft rosa Blüten.
  • Und ja, wer mutig ist, interessiert ist und sich ein wenig im Vorfeld belesen hat oder generell fundiertes Grundwissen mitbringt, darf ruhig auch mal kosten. Die Linde bezaubert mit einem sehr zarten leicht süßlichen und frischen Geschmack.

Taucht ein in die Natur. Taucht ein in den Wald. Lasst Euch mitnehmen und faszinieren von derart viel Vielfalt. Selbst wenn man denkt, alles vom Wald bereits zu kennen, „weil man ja weiß, wie ein Baum aussieht!“, kann ich Euch garantieren: Der Wald hat noch so viel mehr zu bieten.

Aber lasst den Verstand daheim. Den brauchst Du im Wald nicht. Beobachte Deinen Geist, beobachte Deine Gefühle und versuche nicht zu analysieren. Wie immer gilt: Nimm einfach nur wahr. Lass Deine Sinne berauschen und sei ganz bei Dir.

♥ Von Herzen wünsche ich Dir viel Freude in der Natur. ♥


Für diese Übung habe ich eine Buchempfehlung:

Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt von Peter Wohlleben ist eine wahre Offenbarung für Baumfreunde. Was habe ich dieses Buch verschlungen.

Wohlleben ist Förster, hat daher viel Zeit im Wald verbracht und die Bäume lange und eingehend studiert. In seinem Buch gewährt er einen tiefen Einblick in das Familienleben der Bäume, ihren Zusammenhalt untereinander und man ist beim Lesen automatisch ergriffen von so viel sozialer Intelligenz und Gemeinschaft, die man als Mensch außerhalb des Waldes leider oft vermisst.

Dieses Buch ist eine wahre Liebeserklärung an den Wald.

Und wenn Du genauso verliebt in den Wald bist wie ich, er Dich ebenso sehr fasziniert und Du ihn aus tiefstem Herzen achtest, wird Dich dieser Einblick in die von uns Menschen völlig ungeahnten Fähigkeiten, die die Bäume haben. Hier entblättert sich auf über 200 Seiten Natur-Liebe gepaart neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, ohne auch nur einen Moment trocken oder langweilig zu werden.

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