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Wind

Achtsamkeitsübung #18: Den Wind fühlen

„Der Wind hat viele Formen, von einem schweren Sturm bis zu einem sanften Atemzug.“ (Jan Chozen Bays)

Luft.. Unser lebensspendendes Element. In vielen Formen kann sie uns begegnen. Am allermeisten noch nehmen wir sie als Wind war. Immer, wenn wir das Haus verlassen, ist deutlich spürbar für uns, wenn der Wind uns streift. Unsere Haut registriert in Sekundenschnelle, ob uns das Wetter und seine Temperaturen angenehm sind oder wir sie als zu kalt oder zu warm einstufen. Ob nur ein zarter Wind geht oder ein regelrechter Sturm. Wir nehmen wahr, dass der Wind unser Haar zerzaust, wie uns ein heftiger Sturm im Winter regelrecht den Atem nehmen kann. An Häuserecken und Wegkreuzen nehmen wir den Wind wahr, wenn er plötzlich auf Grund der Bebauung die Richtung ändert.

Immer ist er da. Ständig sind wir von Luft umgeben. Und doch ist es, wie bei so vielen Dingen um uns herum, dass wir ihn kaum bewusst wahrnehmen. Das soll sich diese Woche ändern.

Luft & Wind, wo auch immer wir sind

Ein Freund von mir ist Gleitschirmflieger. Seit einigen Monaten berichtet er regelmäßig von seiner Ausbildung und den Inhalten, die ihm dabei begegnen. Von den normalen technischen Anweisungen, die das Fluggerät an sich betreffen, scheint enorm viel mit den Luftbewegungen zu tun zu haben. Den Wind quasi „lesen“ zu können, sein Verhalten und seine Launen mit höchstmöglicher Präzision vorherbestimmen zu können, ist für ihn in den Momenten des Fliegens überlebenswichtig. Zu den Vorhersagen kommt auch die Auseinandersetzung damit, wie man mit dem, was einem in der Luft begegnet, umgeht. Sicher ähnlich wie bei Surfern: Die Welle reiten.

Ganz so präzise und technisch muss es für Dich diese Woche natürlich nicht zugehen. Ich garantiere Dir, Du gerätst bei dieser Übung auf keinen Fall in Lebensgefahr. Zumindest nicht, solange Du auf dem Boden bleibst. (Ha, welch Wortspiel!) Trotzdem lade ich Dich ein, Deine Wahrnehmung zu sensibilisieren, was Luft und Wind in all seinen Facetten und Erscheinungsformen zu bieten hat.

Werde Dir gewahr darüber, dass uns Luft und Wind immer umgeben. So subtil er manchmal auch ist, er ist immer da.

Wind als vielseitiges Phänomen

Beobachte doch mal, was Luft und Wind alles für Dich ist.

Dass in der Natur Wind vorhanden ist, ist den meisten von uns klar. Doch gibt es Wind auch in Innenräumen? Wind ist immer dann gegeben, wenn sich Luft bewegt. Ein klassisches Beispiel aus dem Haushalt ist der Fön. Viele Geräte bewegen die Luft um uns:

Wäschetrockner, Kühlschränke, Mikrowellen. Aber auch ein Topf mit kochendem Wasser auf dem Herd, ein Wasserkocher, der Staubsauger. Lass Dich überraschen in Deinem Alltag, wo Dir Luft überall und vor allem in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen begegnet.

Und lass Dich noch mehr davon überraschen, was dieser Wind mit uns macht. Welche körperlichen Reaktionen ruft er hervor? Denk nur mal an die Gänsehaut. Oder wenn uns ein Schauer durchfährt und dafür sorgt, dass wir uns schütteln müssen.

Beobachte, ob Dich der Atem eines anderen Menschen streift, wenn er Dir beispielsweise etwas zuflüstert, wenn jemand niest oder lacht.

Vertiefe Deine Wahrnehmung und sei im Jetzt präsent

Nichts, von dem, was Dir begegnet, musst Du mit Worten begleiten. Verlasse Dich voll und ganz auf Deine Wahrnehmung. Bleibe komplett im Hier & Jetzt. Dein Verstand würde sonst die gewonnenen Eindrücke zerreden.

Woher weisst Du, das der Wind weht? Nimm Dir ein paar Momente Zeit, um über diese Frage nachzudenken, denn sie hilft Dir, Dich in dieser Woche auf genau diese Merkmale zu fokussieren. Gleichzeitig setzt sie einen Marker auf das, was Dir jetzt zu dem Thema schon bewusst ist und kann Dir gut anzeigen, was Dir Neues begegnet, obwohl Du es höchstwahrscheinlich schon gewusst hast, nur eben auf einer unbewussten Ebene.

Nimm wahr, wo und wie Dich der Wind berührt. Welche Emotionen begleiten diese Erfahrungen? Welche Sinneseindrücke spielen noch mit hinein? Wind wahrzunehmen, geht weit über den taktilen Sinn hinaus. Wir nehmen Luftbewegungen zum Beispiel auch mit den Augen wahr, wenn wir sehen, wie der Wind die Blätter an den Bäumen zum Tanzen bringt. Wir können ihn auch hören, wenn die Blätter dann rascheln oder der Wind im Hause heult. Wir nehmen den Wind wahr, wenn es irgendwo zieht und uns empfindlich halt wird, wir befürchten müssen einen „Zug“ zu bekommen oder der Wind unsere Unterlagen durcheinanderbringt, weil er alles vom Schreibtisch fegt, was wir in liebevollem Chaos dort angesammelt haben.

Den Wind im eigenen Körper spüren

Und nicht zuletzt gibt es die Luftbewegung, die wir alle selbst erzeugen: unseren Atem.

Mit der Einatmung strömt kühle Luft durch unsere Nasenlöcher hinein, beim Ausatmen strömt warme Luft über unsere Nase (oder natürlich wahlweise auch über den Mund) wieder aus uns heraus.

Er gibt Meditationen, die sich allein nur damit beschäftigen. Stundenlang. Dabei wird nur beobachtet, wie die Luft in den Körper hinein- und aus dem Körper wieder herausströmt. Dabei wird der Fokus der Konzentration auf den winzigen Bereich an der Nasenspitze oder am Rand der Nasenlöcher gelegt und man tut nichts anderes als Wahrzunehmen, was dort passiert.

Probiere es aus. Es ist völlig risikofrei. Dir kann dabei gar nichts passieren, außer dass Du Deine Wahrnehmung enorm erweiterst und wahrscheinlich in angenehme Stille versinkst.

♥ Ich wünsche Dir viel Spaß mit dem luftigen Element. ♥

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