Waldbaden

Shinrin Yoku oder Die Kraft des Waldbadens

Waldbaden. Ein Bad im Wald. Klingt doch ganz logisch, oder?!

Der Begriff Shinrin Yoku stammt aus dem Japanischen und bedeutet frei übersetzt so viel wie „Eintauchen in die Waldatmosphäre“.

„Unter Waldbaden versteht man das bewusste Verweilen im Wald – mit dem Zweck, sich zu erholen und die eigene Gesundheit zu stärken.“ (Ulli Felber)

Nach meiner Empfehlung auch in den kälteren Jahreszeiten den täglichen Gang nach draußen und in die Natur nicht schleifen zu lassen, möchte ich heute mal auf neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft eingehen, die sich mit den unglaublich positiven Aspekten von Waldspaziergängen für unsere Gesundheit beschäftigt hat.

Natürlich ist der Gedanke, im Wald spazieren zu gehen, nicht neu. Viele Menschen lieben die Ruhe des Waldes, seine Luft, seine sanften und beruhigenden Farben, Gerüche und Klänge, den wunderbaren Waldboden und das Gefühl ganz unmittelbar mit Mutter Natur verbunden zu sein. Auch ohne Wissenschaftler zu sein, weiß man, dass der Wald heilsame Kräfte hat. Doch nun werden immer mehr Forschungsberichte veröffentlich und auch in Büchern zusammengetragen, um das Bewusstsein für diese einzigartige und doch so simple, kostbare und vor allem für jeden erschwingliche (weil gratis!) und zugängliche „Therapie“ noch einmal zu untermauern und die Menschen zu animieren, sich wieder häufiger diesen Wirkkräften auszusetzen, wobei man nicht mehr tun muss als zu gehen/zu sitzen und zu genießen.

Eine Kindheit im Wald

Auch ich habe eine ganz besondere Verbindung zum Wald. Seit meinen Kindertagen bin ich viel im Wald unterwegs gewesen. Obwohl ich auch das Meer in seiner Schönheit und scheinbar unendlichen Weite sehr liebe, bin ich doch wohl irgendwie immer mehr das Waldkind gewesen. Mein Vater war mit mir viel im Wald als ich klein war, er hat mir (sicherlich unbewusst) all seine Liebe zum Wald vermacht. Wir haben oft Pilze gesammelt, Heidelbeeren gepflückt, sind einfach so durch die Wälder verschiedener Jahreszeiten gestromert, haben alte Gebäude entdeckt, die sich die Natur nach und nach zurückeroberten, stillgelegte Gleise, verlassene Bahnhöfe. Ich habe oft Blätter gesammelt und über uns geworfen, mich gefühlt wie eine Waldfee, habe den Pilzen gut zugesprochen sich mir zu zeigen, sie mit selbstkreierten Mantras besungen und förmlich aus dem Boden meditiert, damit mein Körbchen voller sei als das meiner Eltern. Oh, was gab es doch so manche Rüge, weil ich immer nur gesammelt habe wie ein Bienchen, nie die Pilze aber „sauber“ gemacht und somit hinterher den halben Wald in meinem Korb mit heimnahm. An unsere Waldausflüge habe ich nur die schönsten Kindheitserinnerungen. Dort war ich frei, eins mit mir, eins mit der Natur.

Ich habe das Moos geliebt, den leisen und weichen Waldboden in Nadelwäldern, bin auf Bäume geklettert und hatte sogar viele Jahre einen eigenen Kletterbaum. Im Wald hatte ich nie Angst. Er hatte immer eine magische und gleichzeitig äußerst beruhigende Wirkung auf mich. Im Wald entfaltet sich die Phantasie eines Kindes noch einmal viel intensiver als sonstwo.

Noch heute gehe ich unheimlich gerne in den Wald. Er empfängt mich, nimmt mich an, wie ich bin, erwartet nichts, ist geduldig, lässt mich sein. Und ich bin äußerst dankbar als Großstadtbewohnerin direkt am Rand eines der größten, flächig erhaltenen Auwaldgebiete und Stadtwälder Mitteleuropas leben zu dürfen. Fünf Minuten Weg zu Fuß, über eine kleine Brücke über einen schmalen Fluß und schon bin ich mittendrin. Ein Segen, wenn man in der Stadt lebt, auch wenn man schon relativ weit gehen muss, um sich den Geräuschen einer Großstadt wirklich zu entziehen.

Therapie für alle

Waldbaden hat nichts mit Spiritualität zu tun und kann von wirklich jedem praktiziert werden. Man braucht dafür keine Vorerfahrungen, keine besondere körperliche Konstitution und keine besondere Einstellung. Es bedarf keiner Vorbereitungen und keinem Vorwissen. Man benötigt zum Waldbaden nicht einmal Geld. Völlig kostenlos stellen die Wälder ihre zutiefst heilsamen Kräfte zur Verfügung und erwarten keine Gegenleistung, Dankesreden oder Lob. Einzig den Respekt ihnen gegenüber und allem Leben darin, der dazu nötig ist, diesen für unseren Planeten überlebenswichtigen Lebensraum zu erhalten. Nicht umsonst nennt man die Wälder der Erde als die Lungen des blauen Planeten.

Hier ergibt sich eine Situation, in der man ausschließlich nur gewinnen kann. Eine Situation mit therapeutischer Wirkung ohne jegliche Nebenwirkungen.

Der Wald als Medizin ohne Nebenwirkungen

Mit besonderen Molekülen, den sogenannten Terpenen, umspielt der Wald unsere Sinnen, interagiert mit unserem Immunsystem und stärkt unsere Abwehrkräfte. Viele dieser Terpene können wir sogar riechen, sie sind unmittelbar für den so typischen Waldduft verantwortlich. Wohl jeder kennt den typischen Waldgeruch, den vor allem auch Nadelwälder besonders stark verströmen. Etwas erdig, frisch, launig und der unglaubliche Geruch von Harz. Ich habe viel Zeit in meiner Kindheit in den Schulferien in einem Bungalow in einem Waldgrundstück verbracht. Wenn meine Eltern mich zu Hause in der Stadt ins Auto setzten und mich dorthin brachten, war für mich der allerschönste Moment der, wenn die Autotür geöffnet wurde und mir die ganze olfaktorische Vielfalt des Waldes entgegenschlug.

Viele Menschen gehen bereits bewusst nach stressigen Situationen in den Wald, um sich zu entspannen, abzuschalten, runterzukommen. Jogger bevorzugen ebenfalls, wenn möglich, den Wald als Laufstrecke. Ganz offensichtlich ist natürlich, dass es mit der beruhigenden Geräuschkulisse im Wald zu tun hat: das zarte Rascheln der Blätter, das Vogelsingen, die gedämpften Geräusche der Stadt (bzw. die Abwesenheit ebendieser Geräusche wie beispielsweise Autos, Baustellen, Summen von Elektrizität, wenn der Wald tief genug ist oder sehr abseits von Ortschaften liegt). Das alles sind natürlich keine gänzlich neuen Erkenntnisse.

Doch wissenschaftliche Forschungen zeigen nun, dass noch weit mehr dahinter steckt und wie sehr wir wirklich profitieren können von den Wirkweisen des Waldes. Japan prägte dafür bereits in den 1980er Jahren den Begriff Shinrin Yoku und ab dem 2010er Jahren etablierte es einen eigenen Forschungszweig zum Thema „Waldmedizin“, in dem die therapeutischen Wirkungen von Bäumen genauer untersucht und zur Regeneration und Heilung von Menschen gezielt eingesetzt und empfohlen werden. So viel ich gelesen habe, ist es wohl bereits umgesetzt, dass japanische Ärzte das sogenannte Waldbaden direkt verschreiben können und sich die Krankenkassen an entstehenden Kosten (beispielsweise bei Reisen in den Wald) beteiligen.

Die Forschung hat erkannt, dass die in der Waldluft enthaltenen Moleküle in der Lage sind im menschlichen Organismus angesiedelte Erreger, Zellen die von Viren und Bakterienbefallen sind, zu verändern und ein Absterben dieser begünstigen. Dies gilt wohl, laut Forschung, auch für Krebszellen. Bereits ein Tag im Wald lässt wohl die Anzahl von Zellen, die schädliche Zellen im Körper aufspüren und bekämpfen, im Körper um 40% ansteigen und steigert deren Aktivität. Etwa 7 Tage soll dieser Effekt anhalten.

Sind das nicht großartige Nachrichten? Wie einfach kann es sein?! Einfach nur im Wald spazieren gehen, im Wald verweilen, sich der Natur hingeben und nur nehmen, was sie uns bietet. Sie erwartet nicht mehr als unseren Respekt und unsere Liebe.

Das Universum ist ein in sich geschlossenes System

Und wie ich es schon so oft erwähnt habe (und da werde ich wohl auch zukünftig nicht müde darüber): Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass das Universum ein in sich geschlossenes System ist, das alles und jeden versorgt. Das für alles und jeden sorgt. Für uns wird für alle Eventualitäten etwas bereitgehalten.

Und das ist nun ein weiterer Punkt, der mich in der Erkenntnis bestätigt, dass sich IMMER auch ein zweiter Blick und die Suche nach einer Alternative lohnt, wenn die Schulmedizin mit haarsträubenden Therapien, Operationen, Chemotherapie und Medikamenten um die Ecke geschossen kommt. Damit möchte ich sie nicht generell verteufeln, aber ich bin überzeugt, dass es dieses Überangebot fragwürdiger Behandlungsmethoden nicht braucht. Wenn uns etwas ereilt, hat für einen Großteil unserer Beschwerden die Natur auch eine Lösung. Und immer lauter wird auch, dass selbst Krebs mit naturheilkundlichen Ansätzen geheilt werden kann. Die Natur selbst würde uns niemals Krankheiten „schicken“, die sie nicht auch selbst heilen kann mit den Kräften, die sie zur Verfügung hat.

Tipps für das bewussten Baden im Wald

Ich erwähnte ja bereits, dass man nichts falsch machen kann, und nur weil es nun wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkungsweise eines Waldspaziergangs gibt, soll das nun hier nicht generell verwissenschaftlicht werden, daher halte ich mich kurz:

  • Mindestens zwei Stunden Aufenthalt im Wald sollten eingeplant werden und empfohlen wird, dabei eine Strecke von etwas zweieinhalb Kilometern zurückzulegen. Die Bewegung und die damit verbundene Erhöhung der Sauerstoffaufnahme optimieren der Aufnahme der Terpene.
  • Längere Aufenthalte im Wald sind natürlich immer möglich. Hier gibt es kein Zuviel. Niemand trägt Schäden wegen einer Überdosis Wald davon. Je länger Du darin verweilst, desto gesünder für Deinen Organismus und Dein Immunsystem. Bei gesundheitlichen Beschwerden wird sogar zu einem Aufenthalt von 3 Tagen am Stück und mehr geraten.
  • Gestalte den Spaziergang so, dass Du Dich nicht anstrengen musst. Der Erholung- und Entspannungseffekt sollte nach wie vor an erster Stelle stehen.
  • Pausen mit einplanen bzw. nach den zweieinhalb Kilometern eine Pause einlegen. Dazu darfst Du Dir einen schönen Platz Deiner Wahl suchen, der Dich zum Verweilen einlädt und an dem Du Dich wohlfühlst. Hier lässt Du Dich nieder, liest oder schreibst etwas, meditierst oder lässt einfach nur die Seele baumeln.
  • Wenn Du gern Yoga, Qi Gong oder Tai Qi machst, kannst Du diese Übungen gern mit Deinem Aufenthalt im Wald kombinieren. Auch bestimmte Atemübungen und Atem-Meditationen können die Aufnahme der Terpene aus der Waldluft intensivieren und Dein Energiefeld immens regenerieren und stärken.
  • Die Terpene-Konzentration ist im Sommer am höchsten. Also nutze die Monate zwischen April und August gut aus. Geh weit hinein in den Wald, so dass Du vollkommen von Wald umgeben bist und scheue Dich auch nicht nach Regen oder bei Nebel in den Wald zu gehen. Da ist dort dann die Luft ganz besonders klar und frisch und die gesundheitsfördernden Moleküle sind in besonders hoher Anzahl vorhanden.
  • Und da das Erlebnis im Wald mit einer Depotwirkung gesegnet ist, denke daran, regelmäßig wieder in den Wald zu gehen. Ich denke, das ist ein wirklich geringer Einsatz für eine derartig großartige Wirkung.
  • Vermeide technischen Medien im Wald, um den Waldgang zu einem ganzheitlichen Erleben werden zu lassen.

♥ Viel Spaß bei einer Selbstheilung, die einfacher nicht sein könnte. Verbinde Dich mit der Natur, dem Universum und vor allem mit Dir selbst. ♥

 


Weiterführende Literatur zum Thema Shinrin Yoku und auch den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Waldbaden:

 

Waldbaden – das kleine Übungshandbuch für den Wald

Es ist wirklich ein kleines Büchlein. Es passt ganz praktisch für unterwegs in jeden Rucksack, Turnbeutel und jede Handtasche und liefert viele kleine Überraschungen zum Thema Wald und bietet eine Vielzahl an praktischen Übungen, um den Waldspaziergang bewusst zu gestalten und die Wirkung für Dich intensiv und nachhaltig zu gestalten.

Ich empfehle es gern weiter.

 

 

Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald

Hier sind wichtige und vor allem neueste Forschungsergebnisse zum Thema Waldmedizin zusammengetragen und verständlich aufbereitet und gibt einen wunderbaren Einblick und tiefes Verständnis in die Zusammenhänge vom Wald und unserer Gesundheit.

Dieses Buch empfiehlt besonders auch der Naturheilkundler und Psychotherapeut Rüdiger Dahlke, der immer wieder auch über die Wirkung alternative Ansätze zur Krebsbehandlung über Umstellung der Ernährung und vermehrter Sauerstoffzufuhr über den „Verbundenen Atem“ berichtet. Dahlke spricht sich vor allem auch über einen präventiven Umgang mit diesen Maßnahmen aus, das heisst, den Körper generell in seiner Gesunderhaltung zu unterstützen, bevor Krankheiten uns heimsuchen.

 

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