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Zunge

Achtsamkeitsübung #13: Deine Zunge

Zunge

Diese Woche verdient Deine Zunge Deine Aufmerksamkeit.

Dieser kleine, hauptsächlich aus Muskeln bestehende Körperteil wird selten von uns beachtet. Außer wir verbrennen ihn uns beim Essen oder beißen aus Versehen darauf. Dabei ist die Zunge für viel mehr zuständig als wir ihr so auf den ersten Blick zutrauen.

Kleines Organ, große Aufgaben

Die Zunge ist ein Muskelkörper, der mit unserem Verdauungsapparat verbunden ist. Bekannt ist den meisten Menschen lediglich, dass uns unsere Zunge ermöglicht vielfältig Geschmack wahrzunehmen. Die verschiedenen Bereiche unserer Zunge (Zungenspitze, die Seiten als auch die hintere Zunge) sind für das Wahrnehmen der unterschiedlichen Geschmacksqualitäten zuständig: bitter, sauer, süß, salzig und umami.

Nach der Geburt eines Babys ist die Zunge ganz direkt am Saugreflex beteiligt, der dem Baby ermöglicht Nahrung aufzunehmen. Unsere Zunge steht auch in unmittelbarem Zusammenhang mit unserer gesamten Mundmotorik. Jeden Tag leistet sie die feinmotorischsten Bewegungen beim Sprechen. Selbst unsere Finger sind nur schwer zu solch äußerst feinen und grazilen Bewegungen fähig. Durch sie sind all die tollen Worte möglich, die wir jeden Tag sprechen. Egal, ob wir schimpfen oder liebevolle Worte verteilen. Unsere Zunge ist da und hilft all diese Dinge zu formulieren. Damit ermöglicht sie uns auch das Singen. Und natürlich auch das Kauen.

Versuch doch mal zu sprechen, ohne die Zunge zu bewegen. Nicht für umsonst hört man, dass man Menschen in der Vergangenheit die Zunge aus der Mundhöhle entfernte, wenn diese Sachen wussten, die sie anderen nicht mitteilen oder verraten sollten.

Und was noch spannender ist: Versuch doch mal zu kauen und zu essen, ohne die Zunge zu bewegen. Lass sie einfach mal bewusst unten im Zungenbett liegen und versuch ganz normal zu essen. Na, was passiert?

Die Zunge und ihre spirituelle Bedeutung

Mit der Zunge verbinden wir Aussagen wie „Da musste ich mir auf die Zunge beißen..“, die jemand benutzt, der etwas wusste, was er aber dennoch nicht preisgeben wollte oder es für besser empfand in einer bestimmten Situation nichts zu sagen, vielleicht um den anderen nicht zu verletzen oder auch aus Schuldgefühlen. Oder „Es liegt mir auf der Zunge..“, wenn wir unser Gedächtnis bemühen, das Gefühl haben, es wabert immer mal wieder eine Ahnung durch unseren Kopf, eine Idee, der Hauch eines Wiedererkennens der bereits in der Vergangenheit abgesicherten Information, auf die wir jedoch in dem Moment nur ungenügend zugreifen können. Man kann „die Worte auch auf die Goldwaage legen“, sagt etwas darüber aus, wie genau und wortwörtlich jemand deutet, was ein anderer sagt. Eine schwere Zunge hat der, der zu viel trinkt und sich aufgrund von Alkohol undeutlich ausdrückt. Menschen, die sich gern reden hören und sich sehr gewählt ausdrücken, „reden geschwollen daher“.

Sie kann Aufschluss über Krankheiten geben, selbst die Schulmedizin schaut sich bei bestimmten Krankheitsverläufen die Zunge etwas genauer an. In der TCM – der Traditionellen Chinesischen Medizin – nimmt die Zunge bei der Untersuchung sogar eine ganz zentrale Rolle ein. Hier wird sich zur Untersuchung, neben der Befragung, wie man sich so fühlt, wie die aktuelle Lebenslage momentan beschaffen ist und welche Stimmungen diese emotional gerade begleiten, die Zunge eingehend untersucht und stellt ein äußerst wichtiges Instrument dar, um herauszufinden, was im Körper des Patienten auf welche Weise wirkt.

Sei achtsam- und würdige, was Du beobachtest

Beobachte diese Woche, welche kleinen und vielfältigen Bewegungen Deine Zunge vollführt. Würdige das zartgliedrige Tänzeln, das sie aufführt, wenn Du sprichst.

Nimm wahr, welche Funktion die Zunge beim Essen übernimmt. Ißt in einem Deinem Organismus zuträglichen Tempo, kaue oft genug (Übungen zum bewussten Essen findest Du hier und hier) und schenke all den kleinen Aufgaben Beachtung, die zum Essen notwendig sind. Lass Dich überraschen, was sie alles kann und wie unglaublich geschickt sie ist. Genieß den Spaß, den Du dabei haben wirst zu entdecken, was dieser kleine, stets unbeobachtete Körperteil wirklich kann.

Und gib Dich gern auch mal dem Spaß hin zu versuchen, wie das alles funktionieren würde, ohne Deine Zunge (auch wenn das natürlich schwierig ist, ich weiß!), indem Du versuchst sie im Zungenbett ruhig liegen zu lassen beim Kauen, Trinken und Reden.

♥ Ich wünsche viel Spaß beim Entdecken, Wahrnehmen und Ausprobieren. Ein Hoch auf unsere Zunge! ♥

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