Achtsam schenken

Achtsam und intuitiv schenken – Aussteigen aus dem Konsumwahnsinn und gesellschaftlichen Zwängen

Jedes Jahr zu Weihnachten geht die große Konsum-Welle los, die wie ein Tsunami durch die Städte schwappt. Weihnachts-Shopping. Dafür haben die Läden in der Weihnachtszeit zum Teil extra lange geöffnet und meistens gibt es dafür im Dezember auch noch zwei verkaufsoffene Sonntage. Damit wir all die Geschenke einkaufen können, um unsere Pflicht des Schenkens zu erfüllen. Aber macht das, was wir da betreiben, überhaupt Sinn? Schenken wir mit Verstand?

Oder gibt es auch andere Wege mit Weihnachten umzugehen? Um dem Konsumwahnsinn zu entkommen und der Welle unnützer Geschenke entgegenzuwirken, die hinterher in anderen sozialen Kreisen fürs Schrottwichteln herhalten..

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Anscheinend bricht jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit die Hölle los und Menschen kaufen als stände uns die Apokalypse vor der Tür. Da wird tütenweise Zeug nach Hause geschleppt. Es wird Verpackungsmüll produziert es wird darüber gegrübelt, was wer in welcher Form wie gebrauchen kann und wo man es herbekommt. 

Viele stöhnen jedes Jahr wieder auf und sind genervt vom Konsum- und Geschenkewahn, doch sie steigen nicht aus. 

Aber warum eigentlich nicht? Weil sie sich nicht trauen? Weil sie sich schämen würden ohne Geschenk dazustehen und es unangenehm wäre etwas geschenkt zu bekommen ohne selbst etwas zu überreichen? Nehmen wir lieber in Kauf etwas zu überreichen, das dem Anderen zwar nicht gefällt, dieser aber sein schauspielerisches Talent ein weiteres Mal unter Beweis stellen darf?

Intuitives Schenken 

Seit einigen Jahren verfolge ich das Konzept nichts mehr zu schenken. Weder zu Geburtstagen und erst recht nicht an Weihnachten – VORAUSGESETZT (und das ist die einzige Ausnahme): Ich habe für die betreffende Person eine Idee, weil ich sie entweder gut genug kenne, mir ein Wunsch desjenigen bekannt ist oder mir zufällig in den Wochen vor dem Anlass etwas begegnet, was ich unmittelbar mit der- und demjenigen assoziiere. 

Ist dies nicht der Fall (und das passiert tatsächlich häufig), mache ich mir inzwischen keine Gedanken mehr, sondern belasse es dabei. Ich möchte doch tatsächlich davon ausgehen, dass mich meine Freunde und Familie nicht einladen, weil sie Geschenke erwarten. Heute sind wir erwachsen und ich denke, das ist nicht mehr von Belang. Wichtig ist doch, dass man erscheint, dass man Zeit miteinander verbringt und sich austauscht. 

Ich bringe ab und zu zu Verabredungen sogar mal eine Kleinigkeit mit, wenn mir zwischendurch mal etwas in die Hände gefallen ist. Als liebe Geste, die keinerlei Gegenleistung verlangt. 

Intuitiv schenken

Das heißt also auch, ich gehe nicht explizit los, um Weihnachtseinkäufe zu unternehmen oder Geburtstagsgeschenke zu besorgen, währenddessen  ich dann nebenbei eine Liste abarbeite, damit alle möglichen Menschen in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis bedacht werden, wobei ich letztlich jedoch bei der Hälfte der Menschen auf der Liste nicht einmal weiß, was ich denen schenken soll. Also ist das für mich eine relativ intuitive Sache geworden: Entweder ich habe etwas oder ich habe nichts. Fertig.

Weniger Stress ohne gesellschaftliche Zwänge

Darüber hinaus gibt es kein Kopfzerbrechen mehr, kein unterschwellig aggressives Weihnachtsshopping, kein sinnlos ausgegebenes Geld, kein Grübeln beim Schenken, ob es denn wirklich gefallen hat. Und es gibt auch keine Gedanken mehr wie „Ich habe ein Geschenk. Damit habe ich meine Pflicht getan, ob es nun gefällt oder nicht.“ 

Damit möchte ich nicht zwingend sagen, dass wir uns gegenseitig nichts mehr schenken sollen. Doch wie viel Geld wird wohl jedes Weihnachten für Dinge ausgegeben, die der Beschenkte eigentlich gar nicht braucht? Oder gar will? Nur schenken, um geschenkt zu haben? 

Man sollte meinen, so etwas gibt es gar nicht, doch glaube ich, dass das sogar bei vielen Geschenken die vordergründige Intension ist. Doch macht das alles keinen Sinn. Wie viele der notdürftig und unwissend besorgten Präsente halten im nächsten Jahr für das Schrottwichteln in irgendwelchen Kollegen- und Bekanntenkreisen her? Wie viele dieser Dinge landen in der Zu-verschenken-Kiste auf der Straße, in der Hoffnung eine andere Seele weiß damit mehr anzufangen?

Wir sind füreinander, wer wir sind – auch ohne Geschenke

Mir tut das einfach leid, wenn Menschen für mich Geld ausgeben, um mir eine Freude zu machen, hinterher aber meinen Geschmack nicht getroffen haben. Und ich verlange nicht, dass sie ihn treffen. Ganz im Gegenteil. Mir liegt nichts an Geschenken. 

Natürlich zählt auch der Wille, doch ist es unnütz ausgegebenes Geld und unangenehm ist es mir noch dazu. Dass ich einem Menschen etwas bedeute, erkenne ich doch nicht daran, dass er zu Weihnachten bereit ist mir etwas zu schenken.

Man möchte zwar wertschätzen, dass man bedacht wurde, doch wagt nicht zu sagen, dass man sich nicht freut. Wieder Schauspielerei. Und ich würde mich freuen, wenn meiner Bitte danach, mir nichts mehr zu schenken, Gehör geschenkt werden würde, und unsere gemeinsam verbrachte Zeit dankbar als das Geschenk zu betrachten, dass es eigentlich ist. An die gemeinsamen Begebenheiten zu Feiern, Festen und Treffen erinnern wir  uns später lebendiger als an das, was materiell gesehen von einer Hand zur anderen ging. 

Beschenke Dich selbst

Mein Anliegen wäre es, dass zwar die Kinder natürlich beschenkt werden, aber auch das mengenmäßig in einem angemessenen Rahmen. Und das die Erwachsenen das Schenken unterlassen, zumindest dann, wenn einem nicht durch Zufall oder Wissen um einen Wunsch des Anderen etwas in die Hände gefallen ist, was ein Präsent wert ist.

Lieber soll sich doch jeder von uns einen vielleicht schon lang gehegten, doch aus finanziellen Gründen bisher nicht erfüllten Wunsch selbst erfüllen mit dem Geld, das man spart, wenn man nicht jedem im Verwandten- und Bekanntenkreis etwas Unnützes schenkt. Und das hat in meinen Augen etwas mit gesundem Egoismus zu tun, der wichtig ist. Denn nur ich weiß, was ich mir vorstelle und wünsche. Und wir selbst sind doch die, die immer zu kurz kommen in unserer eigenen Gunst.

♥ Ich wünsche Dir ein entspanntes Schenken, egal zu welchem Anlass. Ob mit einem intuitiven Präsent oder einer Deinem kostbaren Sein. ♥

 

 

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