Der Blog für achtsame, kreative & ganzheitliche Lebenskunst. Werde Du selbst und sei, was Du bist.
Weihnachten für Hochsensible

Besinnlich und minimalistisch – Das achtsame Weihnachtsfest für Hochsensible

Weihnachten steht vor der Tür. Seit Wochen sind bereits Weihnachtsleckereien in den Läden präsent. Selbst die unter uns, die lange tapfer waren und gewartet haben, lassen sich nun langsam mit dem Beginn der Adventszeit einfangen vom Weihnachtszauber. Draußen ist es inzwischen kalt, die Tage sind oft grau und liegen deutlich mehr Zeit im Dunkeln als im Hellen. Das alles bringt mit sich, dass wir uns nach einem langen und außenorientierten Sommer angekommen sind in unserer inneren Einkehr. Zurück in unsere Häuser, zurück in uns selbst. Dass wir es uns gemütlich machen, generell einen Gang runterfahren, uns selbst momentan näher stehen und uns das Gefühl des Rückzugs vor der wuselnden Außenwelt erlauben dürfen. 

Doch trotz aller Besinnlichkeit streckt die anstehende Weihnachtszeit auch ihre unruhigen Finger nach uns aus, doch mit etwas Achtsamkeit kann man diesen entkommen.

***

Weihnachten ist irgendwie eine ganz besondere Zeit. Sie geht mit Dingen einher, deren sich kaum einer wirklich entziehen kann. Und für jeden von uns haben diese eine andere Bedeutung, erinnern sie an Vergangenes, positiv oder auch negativ.

Ich selbst bin auch kein Weihnachtsliebhaber. Ich mag viele Dinge nicht, die mit Weihnachten einhergehen. Einige Jahre nach meinem Auszug aus dem Elternhaus habe ich Weihnachten bewusst gemieden. Es gab keine Weihnachtsdekoration in meinen eigenen vier Wänden, auch keine Weihnachtseinkäufe. Ich mochte nicht Anteil haben an dem ganzen Familie-zu-Weihnachten-treffen-Ritualen, die viele Familien pflegen. Auch aus meiner Kindheit habe ich viele Dinge bezüglich Weihnachten negativ in Erinnerung behalten. Dinge, die so abgelaufen sind, wie sie abgelaufen sind, weil meine Eltern sie so gestaltet haben. Wie Rituale wurden die Dinge Jahr für Jahr wiederholt, auch wenn sie keinen Sinn machten und die Menschen, die daran beteiligt waren, regelmäßig aufrieben. Sie waren scheinbar so, weil es schon immer so gemacht wurde. Weil niemand bereit war zugunsten der Bedürfnisse aller Beteiligten etwas zu ändern. Weil die Vorstellung  von einem Weihnachten in den Köpfen der Menschen anscheinend zu fest und zu unreflektiert war. Es war wie Theater spielen, und jeder hatte seine Rolle. Weihnachten schien bei uns immer ein heikles Konstrukt. Niemand durfte seinen Text vergessen, sonst wäre das weihnachtliche Kartenhaus ins Wanken geraten und vielleicht sogar zusammengefallen.

Was mir jedoch immer zu Weihnachten gefehlt hat, war Aufrichtigkeit und Authentizität. Mir fehlte das Sein. Nur sein, mit dem, was ist. Mir fehlte, dass jeder von uns einfach nur IST. Nur mal sich selbst nachkommt. Dass wir ausstiegen aus gesellschaftlichen und auch familiären Zwängen. Dass wir gemeinsam sind und doch jeder sein darf, wer er ist und wie er ist. 

Weihnachtlichen Frust kennen sicher viele

Als mein Kind gerade erst geboren war, sah ich mich irgendwie gezwungen an Weihnachten wieder teilzunehmen, weil auch unsere Familien dies forderten. Doch unser erstes gemeinsames Weihnachten war (organisatorisch) der blanke Horror. Meine Eltern wollten uns an Heiligabend bei sich haben, auch die Schwiegerfamilie bestand an diesem Tag auf einen Besuch.

Keine der beiden Parteien war damals bereit von dem Tag zurückzutreten und sich auf einen Besuch unsererseits an einem anderen Tag einzulassen oder zu uns zu kommen. Und ich war damals noch voll und ganz in der Eingewöhnphase und den Umstellungen meines Lebens mit meinem Kind, das zu diesen ersten Weihnachten gerade mal knapp drei Monate alt war. Mich hatten die Wochen zuvor andere Dinge beschäftigt als Weihnachten und ich hatte nicht mit so wenig Verständnis vonseiten unserer Familien gerechnet.

Wir reisten damals also mit Kind und Sack und Pack zuerst zu der einen Familie, um dort quasi ein ganzes Weihnachtsfest zu verbringen und nachmittags zu der anderen Familie, um dort dasselbe nur irgendwie anders noch einmal zu erleben. Und ich konnte nach dem ersten Besuch schon nicht mehr. Für mich wurde das zunehmend purer Stress. Ich war mit meinem Kind und allem drum und dran noch gar nicht richtig eingespielt. Ich wurde überreizt, wütend und irgendwann traurig. Nur mit Mühe konnte ich mich zusammenreißen, spielte meine Rolle und hoffte, die zu sein, die alle an dem Tag von mir sehen wollten und betete innerlich, es möge bald vorbei sein.

Als unsere kleine Familie dann irgendwann spät am Abend wieder in ihrem eigenen Zuhause ankam, war ich vor allem wütend. Wütend auf das Unverständnis unserer Familien. Wütend auf mich selbst, dass ich auch nur einen einzigen Moment im Vorfeld geglaubt hatte, ich werde das schon irgendwie überstehen (schließlich geht alles irgendwann einmal zu Ende), obwohl mir bereits vorher der Preis klar war, den ich bei solch einer Aktion würde zahlen müssen (mitsamt der Tatsache, dass mit so einem kleinen Kind auch die Nächte noch sehr unruhig sind, der Mutter-Kind-Kontakt noch extrem hoch ist und ich kaum Zeit und Raum hinterher finden würde mich gut und innerhalb kurzer Zeit zu regenerieren nach solch einem strapaziösen Erlebnis). Und ich war wütend und traurig über die Tatsache, dass ich zugelassen habe, dass andere Menschen über mein Wohl und meine Bedürfnisse bestimmen. Und das konnte ich denen ja noch nicht einmal vorwerfen. Es war meine eigene Unfähigkeit meine Vorstellungen und Wünsche klar zu äußern und für das einzustehen, was ich brauche. Und als Mutter in einer solchen Überforderungssituation habe ich diesem Umstand auch gleichsam mit mir ebenso mein Kind ausgesetzt.

Die eigenen Bedürfnisse als Maßstab

Durch die schlechten Erfahrungen und für mein Kind musste ich mich ein Jahr später dem Thema Weihnachten erneut stellen. Ich wollte trotz allem, dass mein Kind den wunderbaren Zauber von Weihnachten erlebt (den ich damals jedoch selbst kaum erfahren konnte, deren Wert dennoch durch all meinen Widerstand, den ganzen Konsum der Gesellschaft und den damit verbundenen Stress irgendwie durchschimmerte), musste ich mich damit auseinandersetzen, wie ICH mir Weihnachten eigentlich vorstellte. Ich wohnte bis dahin bereits seit 7 Jahren in meiner eigenen Wohnung, war seit über einem Jahr Mutter und nun endlich war es an der Zeit für mich und mein Kind einen Weg zu finden, Weihnachten nach unseren Bedürfnissen zu gestalten und Frieden zu schließen mit dieser außergewöhnlichen Zeit im Jahr.

Ein langer Prozess

Es hat viele Jahre gebraucht bis ich mit diesem Fest meinen Frieden schließen konnte, doch gelang es mir von Jahr zu Jahr mehr. Es war ein Prozess. Logisch. Denn Weihnachten ist nun mal nur einmal im Jahr und aller 11 Monate habe ich wieder die Chance mich daran zu erproben.

Nach wie vor bin ich nicht der Typ Mensch, der zu Weihnachten ausrastet. Ich pflastere nicht die ganze Wohnung mit Deko zu. Ganz im Gegenteil. Was das weihnachtliche Dekorieren angeht, bin ich mehr als minimalistisch. Ich habe viel ausprobiert in den letzten Jahren und habe mich oft an den Wünschen und Vorstellungen meines Kindes orientiert. Doch irgendwie will das alles nur bedingt zu mir passen. Ein Räucherhäuschen, einen kleinen hölzernen Kerzenständer für drei Teelichter, den mein Kind im Werkenunterricht selbst gebastelt hat und ein Tannengesteck, das wir mit Kugeln und Holzfigürchen schmücken und welches den Weihnachtsbaum ersetzt. Das ist alles. Wir stellen unsere weihnachtliche Atmosphäre hauptsächlich durch Kerzen und Räucherwerk her. Weihnachten ist mehr in uns drin. Es macht unsere Art der inneren Einkehr aus. Unsere Art miteinander zu sein. Und äußert sich weniger durch Deko-Material in den Regalen. Es äußert sich durch unsere Art bei uns selbst zu bleiben, präsent zu sein für das, was wir wollen und was wir nicht wollen. Für uns selbst eine Besinnlichkeit herzustellen, so wie sich das jeder für sich selbst vorstellt. 

11 Tipps für hochsensible Menschen zu einem entspannten Weihnachten

Was mir dabei jedoch ganz besonders wichtig ist, habe ich hier noch einmal zusammengetragen:

1. Entspannung auch in der Weihnachtszeit

Es ist wichtig, auch in der Weihnachtszeit entspannt zu bleiben. Niemandem nützt jetzt Stress. Und es gibt auch keinen Grund dafür. Mag die Welt da draußen durchdrehen, sich in Konsum stürzen und wild alle möglichen Dinge planen und organisieren. Bleibe ruhig, das hat alles nichts mit Dir zu tun. Auch Du kannst planen und organisieren, doch alles ganz in Ruhe. 

Weihnachten ist nur einmal im Jahr und mir ist klar, dass aufgrund dessen viele Menschen Wert darauf legen, dass alles perfekt wird. Doch ist Weihnachten – genauso wie all die anderen Aktivitäten, Festlichkeiten, Anlässe und Tage im Jahr – perfekt so wie es sich ergibt und so wie Du es dieses Jahr ausstatten und zelebrieren möchtest. Mach Dich nicht von begrenzenden Vorstellungen über bestimmte Dinge abhängig. Bleib offen für das, was sich Dir zeigen möchte und wohin Dich die Ereignisse tragen. 

2. Achtsam schenken

Ich bin seit vielen Jahren überzeugt von dem Konzept, dass wir uns gegenseitig nichts mehr schenken sollten. Überlege doch mal, wie viele Menschen wir alle im Familien-, Verwandten- und Freundeskreis kennen. Wo fängt man an mit dem Schenken? Und wo hört man auf?

Damit möchte ich nicht zwingend sagen, dass wir uns gegenseitig nichts mehr schenken sollen. Doch wie viel Geld wird wohl jedes Weihnachten für Dinge ausgegeben, die der Beschenkte eigentlich gar nicht braucht? Nur schenken, um geschenkt zu haben, um seine „Pflicht“ erfüllt zu haben? Man sollte meinen, so etwas gibt es gar nicht, doch glaube ich, dass das sogar bei vielen Geschenken die vordergründige Intension ist. Doch macht das alles für mich keinen Sinn. Wie viele der notdürftig und unwissend besorgten Präsente halten im nächsten Jahr für das Schrottwichteln in irgendwelchen Kollegen- und Bekanntenkreisen her? Wie viele dieser Dinge landen in der Zu-verschenken-Kiste auf der Straße, in der Hoffnung eine andere Seele weiß damit mehr anzufangen?

Mir tut das einfach leid, wenn Menschen für mich Geld ausgeben, um mir eine Freude zu machen, hinterher aber meinen Geschmack nicht getroffen haben. Natürlich zählt auch der Wille, doch ist es unnütz ausgegebenes Geld und unangenehm ist es mir noch dazu. Dass ich einem Menschen etwas bedeute, erkenne ich doch nicht daran, dass er zu Weihnachten bereit ist mir etwas zu schenken.

Man möchte zwar wertschätzen, dass man bedacht wurde, doch wagt nicht zu sagen, dass man sich nicht freut. Wieder Schauspielerei. Und ich würde mich freuen, wenn meiner Bitte danach, mir nichts mehr zu schenken, Gehör geschenkt werden würde, und unsere gemeinsam verbrachte Zeit dankbar als das Geschenk zu betrachten.

Mein Anliegen wäre es, dass zwar die Kinder natürlich beschenkt werden, aber auch das natürlich mengenmäßig in einem angemessenen Rahmen. Aber das die Erwachsenen das Schenken unterlassen, zumindest dann, wenn einem durch Zufall oder Wissen um einen Wunsch des Anderen nichts in die Hände gefallen ist, was ein Präsent wert ist.

Lieber soll sich doch jeder von uns einen vielleicht schon lang gehegten, doch aus finanziellen Gründen bisher nicht erfüllten Wunsch selbst erfüllen mit dem Geld, das man spart, wenn man nicht jedem im Verwandten- und Bekanntenkreis etwas Unnützes schenkt.

3. Sich von alten Vorstellungen und Traditionen lösen

Lasse ab von den Dingen, die sich nicht mehr gut anfühlen. Dinge, die Du immer nur gemacht hast, weil sie vielleicht schon jahrelang so zu Weihnachten praktiziert wurden, die vielleicht irgendwie zur Tradition geworden sind, aber ihren Charme, Sinn und Nutzen vor langer Zeit verloren haben. 

Erlaube Dir neue Wege zu beschreiten, Dinge anders zu machen und neu auszurichten, wenn sie so in ihrer alten Form nicht mehr zu Dir passen. Nichts und niemand nagelt Dich fest an alten Bräuchen festzuhalten. Und manchmal sind auch Andere um Dich herum froh, wenn einer den Anfang macht und etwas ändert.

4. Keinen Weihnachtsbaum

Weihnachten soll eine besinnliche Zeit sein. Eine Zeit des Miteinander, der Nächstenliebe und des Wohlwollens. Daher sollten wir nicht gerade zu Weihnachten in Achtlosigkeit verfallen, wem oder was auch immer gegenüber. 

Einen Weihnachtsbaum zu kaufen ist für viele Menschen ein Muss. Eine Tradition, an der sie keine Abstriche machen wollen. Doch ein Weihnachtsbaum muss erst 10 – 30 Jahre wachsen, bis er für einen einzigen Monat ein Weihnachtsbaum sein darf, indem er in unseren Wohnzimmern langsam ausdorrt. Er stirbt einen langsamen und sinnlosen Baumtod, während wir besinnlich drumherum sitzen, es uns wohl sein lassen, seinen geschmückten Anblick genießen (wobei auch gefragt werden muss, ob ihm all das Klimbim nicht eher die Würde nimmt als sie ihm zu verleihen). Und ist die Weihnachtszeit vorbei, das neue Jahr hat begonnen, verstauen wir für die kommenden 11 Monate all die Deko wieder auf dem Dachboden, einschließlich dem Tannbaumschmuck und das Bäumchen selbst, das beim Entnehmen der Deko schon kräftig genadelt hat und sich diesbezüglich sicher schon den einen oder anderen ungehaltenen Gedanken „eingefangen“ hat, landet dann, ohne einen weiteren Gedanken auf der Straße oder in den Müllcontainern.

Wenn auch Dir das kurzlebige Vergnügen der Weihnachtsbäume leid tut, kannst Du vielleicht eine Alternative entwickelt. Tannenzweige als Kranz, Gesteck oder in einer Vase als eine Art Nadelholzstrauß? Vielleicht hast Du eine große Topfpflanze daheim, die die Kraft hat, ein bisschen Weihnachtsdeko und eine Lichterkette zu tragen. Oder auch ein alternatives Bäumchen aus herbstlichen Zweigen, die sich schmücken lassen. 

5. Kleinen statt großen Weihnachtsmarkt

Die großen Weihnachtsmärkte in den Großstädten sind zwar schön, die Atmosphäre gerade am späten Nachmittag und Abend ist nett. Überall duftet es lecker und all die vielen Verkaufsstände locken zum Bummeln und Staunen. Jedoch sind solche mit Menschen überlaufenen Plätze für uns Hochsensible die reinsten Stressquellen. Innerhalb von wenigen Minuten kann unsere komplette Entspannung und unser Wohlbehagen dahin sein. Wir Hochsensiblen werden überreizt und dann haben wir weder etwas von den süßen Düften, der anheimelnden Atmosphäre noch von all den leckeren Sachen, weil wir dann innerlich nur noch ums Überleben kämpfen und in einen tunnelblickähnlichen Zustand verfallen. 

Erkundige Dich, ob es in Deiner Stadt auch kleinere Weihnachtsmärkte gibt. Manche Einrichtungen veranstalten derartige alternative Weihnachtsmärkte. In Leipzig gibt es beispielsweise im Werk II  am Connewitzer Kreuz immer einen Weihnachtsmarkt für eine Woche unter dem Motto „Weihnachten am Kreuz“. Hier gibt es alternative, handgemachte und mit viel Liebe und Zuwendung hergestellte Dinge sowie viele vegetarische und vegane Leckereien. 

Oder auch der „Vegane Weihnachtsmarkt“ in der Feinkost, der nur für einen einzigen Tag stattfindet. Sie sind klein, aber dennoch immer sehr voll. Doch aufgrund ihrer überschaubaren Größe kann man sich nicht so lange darin verlieren, es bleibt überschaubarer und Du bist schnell wieder draußen, wenn Du fühlst, dass es Dir zu viel wird. 

Auch werden im Umland großer Städte ganz oft wesentliche kleinere, aber deswegen nicht weniger reizvolle Weihnachtsmärkte veranstaltet. Schau, ob das vielleicht für Dich eine Möglichkeit ist diesen Besuch dort mit einem Ausflug zu verbinden. 

6. Fleischlose und genügsame Weihnachtskost

Auch zu Weihnachten dürfen wir bescheiden und genügsam bleiben. Es muss kein Festgelage sein, keine wilde Völlerei. Erlaube Dir weihnachtliches Naschwerk und vor allem aber auch das saisonale Obst- und Gemüseangebot. Genieß die Orangen, Grapefruits, Nüsse, Kürbisse, den Rosenkohl und den Rotkohl, den Grünkohl und die Bohnen. Auch die jetzige Zeit bietet noch eine große Auswahl.

Bleib bescheiden, wie Du es auch sonst das Jahr über bist. Was auch immer andere Menschen für Hamstereinkäufe betreiben und in den „Zu-Weihnachten-lasse-ich-es-mir-richtig-gutgehen-Modus“ verfallen, bleib bei Dir und kaufe nur, was Du auch wirklich brauchst. 

7. Achtsamkeit durch Annehmen, was ist

Die Weihnachtszeit ist auch im Jahreskreis eine energetisch sehr intensive Zeit. Bleibe also in Dir. Nimm an, was da ist. Wenn Dir nach Rückzug ist, erlaube Dir Dich zurückzuziehen. Wenn Dir nach Wellness und/oder Sauna ist, gib Dir die Gelegenheit etwas für Dich selbst zu tun. Wenn Dir nach Meditation und Stille ist, richte Dir alles dafür ein, was Du braucht, um bei Dir anzukommen. Plane diese Zeiten der Auszeit sorgsam in Deinen Alltag mit ein und stehe auch vor Deiner Familie dazu. Wenn Du traurig bist, gib Dir die Gelegenheit zu trauern (zum Beispiel können gerade zu Weihnachten Erinnerungen wach werden, vielleicht an dir eigene Kindheit, vielleicht an bereits verstorbene Menschen, die einem wichtig waren und nun an den Familienzusammenkünften nicht mehr teilhaben können). Aber nimm genauso auch wahr, wenn Du glücklich und zufrieden bist, wenn Du Dich wohl fühlst oder Du euphorisch bist. Fühle, was immer auch da ist, ohne zu bewerten. Du bist gut, wie Du bist. Nichts an Dir muss jemals anders sein als es im jetzigen Moment ist.

8. Besuche sorgsam planen

Wenn Du die Familie besuchen fährst oder Du vielleicht auch selbst Besuch empfängst, plane diese Besuche sorgsam. Spüre in Dich hinein, wie es Dir mit Deiner Planung geht. Wenn sich an irgendeiner Stelle Unbehagen auftut, sieh genauer hin und justiere Deine Organisation zur Not noch einmal nach. Die Weihnachtstage, die nicht ohne Grund auch Feiertage sind, sollten auch für Dich entspannt und besinnlich bleiben. 

Orientiere Dich an Deinen Bedürfnissen und schau, wie diese mit denen der anderen Menschen um Dich herum zusammenpassen. Gibt es Punkte, die nicht für alle Beteiligten gleichermaßen übereinzubringen sind, erlaube Dir auch die eine oder andere Einscheidung zu einem Wohl. Du musst es nicht allen Menschen um Dich herum gleichermaßen recht machen. Das ist auch überhaupt nicht möglich. Sei Dir bewusst darüber. Dann wird es leichter auch mal „Nein“ zu sagen. 

9. Verreisen

Vielleicht ist Weihnachten für Dich aber auch eine Zeit, in der Du gern verreisen möchtest, um mit Dir selbst oder auch Deinen Liebsten oder engsten Freunden allein zu sein. Dann ist auch das natürlich möglich. Verreisen ist etwas, das viele Menschen zu Weihnachten und um den Jahreswechsel herum nutzen.

10. Sich durch die Rauhnächte mitnehmen lassen

Die Rauhnächte sind eine ganz besondere Zeit, die mit dem 24. Dezember beginnen und sich bis zum 6. Januar erstrecken. Sie durchziehen Weihnachten und die Nachweihnachtszeit mit ihrem ganz besonderen Zauber, begleiten uns durch die Tage zwischen den Jahren und – laut den alten Geschichten – auch durch die Zeit zwischen den Welten. Eine sehr ritualhafte Zeit, die jeder für sich selbst gestalten und zelebrieren kann, um der inneren Einkehr und Achtsamkeit noch mehr Tiefe zu verleihen und diese besonderen Tage intensiv zu erleben. Sie besinnen uns auf uns, unseren Bezug zur Natur und schafft eine Verbindung zu der Welt, die wir nicht sehen können und die den meisten sonst verborgen bleibt.

11. Weiterhin spazieren gehen in der Natur

Egal wie kalt es ist. Egal wie sehr alle im Weihnachtstrubel versinken: essen, organisieren, konsumieren und kurz vorm Jahresende noch letzte Projekte – ob beruflich oder privat – abschließen. Bleibe bei Dir und begib Dich weiterhin regelmäßig nach draußen. Such die Nähe zur Natur. Verbinde Dich mit ihr. Und schau Dir an, wie sich der Jahreskreis auch hier weiter dreht. Genieße die Stille in der Natur, die frische, klare Winterluft. Das lüftet den Geist gut durch und kann dem einen oder anderen turbulenten Weihnachtsmoment entgegenwirken.

12. Dankbarkeit

Sei dankbar für das, was ist und was Du hast und lass das hinter Dir, was Du nicht zu haben glaubst. Verschiebe Deinen Fokus zugunsten dessen, was bereits ist. Vergiss nicht, dass Du nichts weiter brauchst. Du bist bereits vollständig, wir nehmen das nur oft so nicht wahr und sind oft weiterhin von dem Gefühl getrieben, es fehlt etwas.

Von Herzen schöne Weihnachten

Gestalte das Weihnachtsfest so wie es für Dich zuträglich ist. Statt herumzustressen, 1000 Dinge gleichzeitig zu erledigen oder Dich durch übervolle Einkaufsmeilen zu kämpfen, nutze die Zeit vor allem auch für Dich und Deine Liebsten. Schau vor allem auch darauf, was DU brauchst, was ihr als Familie braucht, welche Bedürfnisse jeder einzelne von Euch hat, ob hochsensibel oder nicht. Schließlich soll es doch für alle angenehm und auch erholsam sein.

Ich wünsche Dir damit von Herzen eine wunderschöne Vorweihnachtszeit, ein zufriedenes und glückliches Weihnachtsfest, sowie einen harmonischen Jahreswechsel. Gehe so ins neue Jahr über, wie sich dieses für Dich auch weiterhin zeigen soll. Wage einen kurzen, wertungsfreien Blick zurück und richte Deine Gedanken auf Deine Ziele aus, die Dich im neuen Jahr begleiten sollen.

♥♥♥

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ein Gedanke zu “Besinnlich und minimalistisch – Das achtsame Weihnachtsfest für Hochsensible”