Manchmal gibt es Tage, da sind wir hart zu uns.
Kritisch. Ungeduldig. Enttäuscht.
Und oft merken wir gar nicht, wie wir innerlich mit uns sprechen.
„Letters from Love“ ist eine kleine, sehr einfache Übung – und gleichzeitig eine sehr heilsame.
Es ist eine Art „selbsttherapeutisches Schreibprojekt“ und eine spirituelle Praxis, die durch die Autorin Elizabeth Gilbert („Eat, Pray, Love“) bekannt wurde. Es handelt sich dabei um das Schreiben von Liebesbriefen. Allerdings nicht an andere Personen. Sondern von der universellen, bedingungslosen Liebe an Dich selbst.
Die Idee ist schlicht:
Du schreibst Dir selbst einen Brief.
Aber nicht aus Deinem Kopf.
Sondern aus der Liebe.
Wie es geht
Nimm dir ein Blatt Papier und beginne den Brief mit einer dieser Anreden:
- „Mein Herz, ..“
- „Meine Liebe, ..“
- „Lieber … (Dein Name)“
- „Mein tapferes Herz, ..“
- „Mein liebes inneres Kind, ..“
Und dann schreibst du.
So, als würde jemand schreiben, der dich wirklich versteht.
Der dich wirklich kennt.
Jemand, der Dich wirklich sieht.
Der auf Deiner Seite ist.
Dieser Jemand …
- verurteilt dich nicht
- macht dir keinen Druck
- vergleicht dich nicht
- sieht, wie sehr du dich bemühst
- weiß, was du alles getragen hast
- ist stolz auf dich
- ist zärtlich mit dir
Und aus dieser Haltung heraus schreibst du dir einen Brief.
Wenn Du nicht weißt, was Du schreiben sollst
Dann kannst Du mit solchen Sätzen beginnen:
- „Ich weiß, dass es gerade nicht leicht für Dich ist …“
- „Du gibst Dir so viel Mühe, auch wenn es kaum jemand sieht …“
- „Es ist okay, dass Du müde bist …“
- „Ich bin da. Ich gehe nicht weg …“
- „Du musst das nicht alles alleine schaffen …“
- „Ich bin stolz auf Dich, auch wenn Du es selbst nicht bist …“
- „Für mich bist Du nicht zu viel und nicht zu wenig …“
- „Du darfst genau so sein, wie Du bist …“

Und dann schreib einfach weiter.
Ohne schön schreiben zu wollen. Ohne perfekt sein zu wollen.
Nur ehrlich. Und freundlich.
Eine kleine Idee für den Alltag
Du kannst:
- Dir morgens einen ganz kurzen „Letter from Love“ schreiben
- oder abends
- oder immer dann, wenn Du merkst, dass Du gerade streng mit Dir bist
- oder wenn Du traurig bist
- oder wenn Du Dich allein fühlst
Manchmal reichen schon fünf Sätze.
Manchmal nur einer:
„Ich bin da. Ich gehe mit Dir da durch.
Du musst das nicht alleine schaffen.“
Warum das so wirksam ist
Viele von uns tragen eine sehr strenge innere Stimme in sich.
Aber wir tragen oft keine liebevolle innere Stimme in uns – weil niemand so mit uns gesprochen hat, als wir klein waren.
„Letters from Love“ hilft, diese Stimme ganz langsam aufzubauen.
Brief für Brief.
Satz für Satz.
Bis da innen nicht mehr nur Kritik ist –
sondern auch jemand, der Dich kennt, Dich versteht und Dich liebevoll begleitet.
Und vielleicht bist dieser Jemand am Ende Du selbst.
Probier es gern selbst:
Vielleicht nimmst Du Dir heute Abend fünf Minuten Zeit.
Nur Du, ein Blatt Papier und ein Stift.
Und dann schreibst Du einen kleinen Brief.
Nicht aus dem Kopf.
Sondern aus der Liebe.
(Titel-Bild von Phuong Luu auf Pixabay)
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