Wer schreibt hier?
Schön, dass Du hergefunden hast und Dich dafür interessierst, was ich hier so treibe, was mich dazu veranlasst zu schreiben und was es mit meiner Seite auf sich hat.
Was hat es mit dem Blog-Namen auf sich?

Laute Stille stellt ein Oxymoron dar, das im Grunde nicht wirklich eines ist. Jeder, der meditiert, kennt das. Beim Meditieren geht es um die innere Ruhe und Stille. Doch ist es äußerlich still, stellt der Meditierende schnell fest, dass es in ihm drin alles andere als still ist – zumindest zu Beginn. Und damit meine ich nicht die Geräusche des Atems oder arbeitender Organe. Es tauchen viele Phänomene und Begebenheiten auf, die es in einem drin ganz schön laut werden lassen, obwohl kein Ton zu hören ist. Das ist faszinierend und erschreckend zugleich.
Um diesen doch sehr widersprüchlichen und eigentlich nicht in Worte zu fassenden Empfindungen Ausdruck zu verleihen, fiel die Wahl das Namens auf dieses Wortspiel. Es ist laute Stille. Anders lässt sich für mich dieser Zustand kaum beschreiben.
Dasselbe gilt übrigens auch für Trauma. Ein Körper, der Trauma trägt, ist laut, unbequem und kann Unbehagen in einem breiten Spektrum von Symptomen hervorbringen. In einem drin ist es laut, der Körper schreit förmlich, während die Seele verstummt ist. Gefangen in alten Selbstbildern, Prägungen und Mustern kann sie nicht wahrhaben, was ihr geschehen ist. Sie kann nicht glauben, dass die Empfindungen, inneren Bilder und Erinnerungen wirklich stimmen. Also ist der Mensch nach Außen oft angepasst, freundlich, lächelt, während im Inneren ein Sturm tobt, der nicht anderes möchte als gehalten werden, was nie jemand wirklich und aufrichtig gehalten hat.
Ein paar Worte zu mir..
Ich bin Jana und diplomierte Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin. Nach meinem Studium habe ich mich weitergebildet im Bereich Entspannungspädagogik, habe eine großartige und intensive Ausbildung zur Meditations- und Achtsamkeitslehrerin genießen dürfen und unterrichte seit einigen Jahren an einer Schule für Sozialwesen.
Neben meiner tiefen Liebe zur Natur und dem Reisen, begleitet mich die Leidenschaft zum Schreiben. Während ich mein Fernweh erst mit 30 mitten im Studium entdeckte und es mich mit einer Heftigkeit überfiel, die an bittersüße Sehnsucht grenzte, ist das Schreiben eine Kindheitsliebe und begleitet mich schon ein Leben lang. Viele Jahre meines Lebens habe ich diese Leidenschaft ignoriert und ihre Wichtigkeit für mich vergessen, vielleicht nicht einmal verstanden. Ich fand es zu banal, fast langweilig. In einer Welt, die so laut geworden ist, geht das Leise schnell unter. Genauso gerne wie ich schreibe, lese ich. Mein größter Traum war schon immer mein Leben lesend und schreibend verbringen zu können. Doch habe ich meinen Träumen bisher nie wirklich Gehör geschenkt.
Seit Oktober 2017 gibt es nun meinen Blog hier. Damit war ich nicht etwa eine der ersten, die anfing zu bloggen. Nein, ganz im Gegenteil. Eher habe ich damit begonnen als man sich die Frage stellen musste, ob es überhaupt noch Sinn macht einen Blog zu starten, während die Welt schon voll ist davon. Blogs über Blogs durchziehen die mediale Welt. Jeder scheint heute zu bloggen. Für mich hatte es oft etwas Selbstdarstellerisches. Und das passt leider so überhaupt nicht zu mir. Immer wieder fragte ich mich, warum die Menschen wohl wollen, dass andere, zum größten Teil gar völlig fremde Menschen, um sie herum so viel von ihnen wissen. Erst jetzt entdeckte ich, dass es auch der Akt des Schreibens an sich sein kann, der Menschen dazu bringt, zu bloggen. Es ist leichter als gleich ein ganzes Buch zu schreiben und gleichzeitig kann man seine Gedanken, Erfahrungen und Inhalte dennoch anderen Menschen zur Verfügung stellen, die vielleicht davon profitieren können.
Bei mir ist es genau das. Durch Meditation und Achtsamkeit kam ich mit Themen in Berührung, die mich erfüllen. Ich wollte immer etwas mit Menschen machen, doch weder meine Erstausbildung zur Friseurin noch meine Tätigkeit als Sozialpädagogin erfüllen all diese kreativen Bedürfnisse in mir. Gleichzeitig fehlte mir kognitiver Input. Daher entschloss ich mich zu einem Abitur und danach für ein Studium.
Erst die Ausbildung zur Meditations- und Achtsamkeitslehrerin lehrte mich zum Einen ich selbst sein zu dürfen (ein wohl lebenslanger Prozess und ich bin noch lange nicht dort, wo ich hin will, auch wenn ich eigentlich kein Ziel habe – zumindest keines, das ich kenne) und zum Anderen zeigte es mir, dass dies logischerweise auch allen anderen Individuen um mich herum genauso zusteht. Damit bekam für mich auch mein Beruf einen ganz neuen Standpunkt, aus dem heraus ich wirksam werden kann auf eine Art, die nun auch besser zu mir passt. Und mit Freude gebe ich diese Inhalte an die daran Interessierten weiter.
Auf dem Weg zu mir selbst entdeckte ich auch, dass das Schreiben nicht einfach nur ein langweiliges Hobby ist, sondern tatsächlich für mich zum Leben dazugehört. Es ist ein Teil von mir. Es fließt durch meine Adern, überzieht mich wie meine Haut und schmückt mich wie meine Haare. Das hat mir die Natur, das Universum mitgegeben. Es ist mein Geschenk, das mir bereits in die Wiege gelegt wurde, auch wenn ich zu dem Zeitpunkt noch sieben Jahre habe warten müssen, um es mit Erwerb der Schriftsprache in der Grundschule wirklich genießen zu können. Nun liebe ich das geschriebene Wort, die Sprache und alles, was man damit anstellen kann. Mich faszinieren Handschriften und die Fähigkeit zu formulieren, schreibend etwas festzuhalten und sich so mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich Anderen mitzuteilen. Dabei zählt für mich nicht einmal, gut darin zu sein. Es geht lediglich darum, Menschen zu inspirieren und darauf zu vertrauen, dass die „Richtigen“ hierher finden werden, wobei mir natürlich bewusst es, dass es so kein „richtig“ und kein „falsch“ gibt.
Einen eigenen Blog zu haben, war eine Eingebung, von der ich nicht weiß, woher sie kam, für die ich aber nun im Nachhinein unglaublich dankbar bin. Er gibt mir die Möglichkeit zu schreiben und gleichzeitig meine mir so wichtigen Themen zu teilen, weil ich weiß, dass es viele Menschen da draußen gibt, die ein ähnlich starkes Bedürfnis danach haben, sich wieder mehr mit sich selbst verbunden zu fühlen, sich selbst näher zu kommen und damit auch dem Stress unserer schnelllebigen Welt zu entfliehen und dem Druck etwas entgegenzusetzen, den uns unsere Leistungsgesellschaft oft auferlegt. Sich selbst wieder zu spüren, sich Zeit zu nehmen für die Dinge, die uns ganz persönlich wichtig sind, sich verbinden mit unserer eigenen innersten Quelle und damit auch mit dem Leben an sich, das eigene Lebenstempo wiederfinden, entschleunigen, sich selbst akzeptieren wie man ist, sich zuzugestehen, dass nichts perfekt sein muss bzw. zu erkennen, dass alles bereits perfekt ist, wie es sich darbietet, ohne den Anspruch zu haben, anders sein zu müssen oder gar Vorstellungen und Erwartungen Anderer entsprechen zu müssen. Unseren Platz in diesem Leben zu finden und seinen tieferen Sinn zu fühlen und zu erkennen ist unsere Aufgabe. Das sind Urbedürfnisse, die wir alle in uns tragen.
Nachtrag Frühjahr 2026
Nach fünf Jahren Pause, in denen mich das Leben ereilte – wie uns alle täglich – verlor ich den Zugang zu meinen Themen, weil Corona übermächtig in unser aller Leben einfiel, mich tief erschütterte und vor nie dagewesene Herausforderungen stellte. Beruflich forderte mich diese Zeit extrem. Emotional triggerten mich die politischen Entscheidungen und staatlichen Restriktionen so sehr, dass es sehr starke Emotionen in mir hervorrief, die ich lange Zeit nicht einordnen konnte. Bis ich (rückblickend) erkennen musste, dass all das emotionale Flashbacks in mir auslöste. Und dieses Erkennen mich auf die lange Reise schickte, zu ergründen, was ich vor mich selbst versteckte, was ich um jeden Preis vermied und wie sehr all diese Themen unterschwellig mein ganzes Leben, all meine Entscheidungen, Handlungen, meine Persönlichkeit und Sichtweise auf das Leben beeinflusste und mit nicht die sein ließ, die ich eigentlich sein möchte und die – wie ich heute weiß – wirklich in mir steckt. „Trauma“ und „Traumafolgestörungen“ sowie „Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung“ wurden für mich Begriffe, die ich erst lernen musste anzunehmen. Das Thema ist groß. Und ich habe vierzig Lebensjahre lang gedacht, ich sei die Einzige, die mit solchen „putzigen“ Symptomen ohne medizinische Ursache und der Unberechenbarkeit des eigenen Körpers leben muss. Und seit ich nun weiß, dass das nicht der Fall ist, spüre ich die Bereitschaft, die Energie und den Mut in mir, das Schreiben wieder aufzunehmen und mich auch mit diesen tiefen Themen zu zeigen.
Und deswegen bin ich hier. Und deswegen schreibe ich. Erneut.
Weiter habe ich erst einmal gar keinen weiteren Anspruch. Ich freue mich, dass Du hierher gefunden hast und Dich interessiert, wer ich bin, was ich hier tue und warum ich schreibe, was ich schreibe. Vielleicht blätterst Du ein wenig durch die Seiten meines Blogs und ziehst Dir heraus, was Dich interessiert, was Dich in diesem Augenblick, so Du hier bist, mit all Deinen aktuellen Themen anspricht und inspiriert. Vielleicht aber stellst Du auch fest, dass es nicht Deine Themen sind, dass ich Deinen eigenen Zeitgeist gerade nicht getroffen habe. Auch das ist vollkommen in Ordnung. Dann freue ich mich dennoch, dass Du hier warst, und sei es auch nur kurz gewesen. Und vielleicht kommst Du noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn sich ein Thema für Dich auftut, von dem Du weißt, dass Du es hier findest. Und wenn nicht, ist auch das gut, genauso wie es ist.
In diesem Sinne..